SpOn 04.12.2025
16:34 Uhr

TÜV: EU-Staaten lehnen jährliche Pflichtprüfung älterer Autos ab


Sollen ältere Autos künftig jedes Jahr zum TÜV? Die EU-Kommission hatte das vorgeschlagen, doch die Mitgliedstaaten stimmten nun dagegen. Autofahrer sollten nicht mit mehr Kosten belastet werden.

TÜV: EU-Staaten lehnen jährliche Pflichtprüfung älterer Autos ab

Die EU-Verkehrsminister haben einer jährlichen TÜV-Pflicht für ältere Autos eine Absage erteilt. Eine solche Änderung hatte die EU-Kommission vorgeschlagen, um die Verkehrssicherheit zu erhöhen – nun stimmten die Verkehrsminister der Mitgliedstaaten bei einem Treffen am Donnerstag in Brüssel dafür, dass auch alte Autos wie bislang alle zwei Jahre überprüft werden sollen. Unter anderem die Bundesregierung hatte sich gegen eine Verschärfung eingesetzt.

Deutschland habe verhindern können, »dass wir da auf einjährige Prüfintervalle zurückfallen würden«, sagte Bundesverkehrsminister Patrick Schnieder (CDU) am Rande des Treffens. »Wir bleiben also bei der bestehenden Regelung.«

Die Kommission hatte im April vorgeschlagen, alle Fahrzeuge, die mindestens zehn Jahre alt sind, jedes Jahr zum TÜV zu schicken. Der Vorschlag ziele auf unsichere Fahrzeuge ab, die zu Unfällen, Todesfällen und Verletzungen beitrügen, begründete die Behörde. Ältere Fahrzeuge seien pannenanfälliger, zudem hätten Studien gezeigt, dass sie häufiger in Unfälle verwickelt seien. Die Verkehrsminister verwiesen zur Begründung ihrer Absage auf zusätzliche Kosten für die Autofahrer.

Ältere Autos weisen besonders häufig Mängel auf

In Deutschland müssen Fahrzeuge in der Regel alle zwei Jahre zur Hauptuntersuchung, unabhängig davon, wie alt ein Fahrzeug ist. Für Neuwagen steht die erste Inspektion nach 36 Monaten an. In vielen EU-Staaten müssen ältere Autos bereits jährlich zur Inspektion.

2024 gab es in Deutschland insgesamt 22 Millionen Hauptuntersuchungen von Pkw. Zehn Jahre oder älter waren dabei 10,7 Millionen Autos. Müssten ältere Autos nicht mehr alle zwei Jahre, sondern jährlich zum TÜV, wäre also mit einer Dimension um 10 Millionen zusätzlicher Pkw-Hauptuntersuchungen pro Jahr zu rechnen.

Bei den Autos ab einem Alter von zehn Jahren oder mehr stellten die Prüfer allerdings deutlich häufiger Mängel fest, nämlich bei 51,7 Prozent der vorgeführten Fahrzeuge. Bei den Autos unter zehn Jahren war dies nur bei 19 Prozent der Fall.

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lki/dpa/AFP