SpOn 01.01.2026
20:57 Uhr

Syrien: Währungsreform - Banknoten ohne Konterfei von Baschar al-Assad


Zehn Pfund sind nun so viel wert wie bisher tausend: Syrien krempelt seine Währung um. Statt eines Diktators finden die Menschen nun Tier- und Pflanzenmotive auf ihren Geldscheinen.

Syrien: Währungsreform - Banknoten ohne Konterfei von Baschar al-Assad

Mit dem neuen Jahr hat Syrien eine neue Währung erhalten. Präsident Ahmed al-Sharaa und Zentralbankchef Abdel Kadir Hasrija stellten die neuen Banknoten des Syrischen Pfunds vor, die ab dem 1. Januar schrittweise eingeführt werden.

Die bisherigen Scheine zeigen noch Syriens frühere Machthaber – das Porträt des ehemaligen Präsidenten Baschar al-Assad oder, auf älteren Versionen, jenes seines Vaters Hafis al-Assad. Die Währungsreform markiere den Beginn einer neuen Phase für Syrien, sagte Sharaa bei der Einführungszeremonie diese Woche.

Nicht mehr gültig: Eine Banknote mit Assad-Konterfei

Nicht mehr gültig: Eine Banknote mit Assad-Konterfei

Foto: Hasan Belal / Anadolu Agency / IMAGO

Auf den neuen Banknoten sollen Pflanzen- und Tiermotive die geografische und wirtschaftliche Vielfalt des Landes symbolisieren. So ziert etwa ein Schmetterling auf einer Damaszener-Rose, dem Symbol der Stadt Damaskus, den neuen Zehn-Pfund-Schein, die kleinste Banknote, die herausgegeben wird.

Zehn-Pfund-Schein mit Damaszener Rose

Zehn-Pfund-Schein mit Damaszener Rose

Foto: Izz Aldien Alqasem / Anadolu Agency / IMAGO

Mit den neuen Scheinen werden auch zwei Nullen aus dem Währungsbetrag gestrichen. Zehn Pfund sind dann so viel wert wie bisher tausend. Das Streichen der Nullen werde die Wirtschaft nicht per se verbessern, sondern lediglich den täglichen Zahlungsverkehr erleichtern, so Sharaa. Die wirtschaftliche Erholung des Landes hänge von einer Produktionssteigerung, der Bekämpfung der Arbeitslosigkeit und der Stärkung des Bankensektors ab.

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Syriens Präsident rief die Bevölkerung auf, während der Übergangsphase nicht in Panik zu verfallen und alte Banknoten nicht übereilt umzutauschen. Eine übermäßige Nachfrage könne den Wechselkurs negativ beeinflussen, und Währungsspekulationen müssten verhindert werden.

Zentralbankchef Hasrija erklärte, die Währungsreform sei ein technischer Prozess zur Vereinfachung von Transaktionen und zur Kontrolle der Geldmenge. Die Umtauschfrist dauere 90 Tage und könne bei Bedarf verlängert werden. Während der Übergangszeit würden die Preise sowohl in der alten als auch in der neuen Währung angezeigt.

Nach Ausbruch des Bürgerkriegs im Jahr 2011 und unter den internationalen Sanktionen gegen das Assad-Regime hatte das Syrische Pfund extrem an Wert eingebüßt.

dop/dpa