SpOn 30.01.2026
13:06 Uhr

Syrien: Regierung kurdische SDF einigen sich auf umfassendes Abkommen


Die vorübergehende Waffenruhe zwischen Regierungstruppen und kurdischen Kräften soll anhalten. Beide Seiten kündigten zudem die Eingliederung der SDF in den syrischen Staat an.

Syrien: Regierung kurdische SDF einigen sich auf umfassendes Abkommen

Im seit Wochen anhaltenden Konflikt in Syrien haben die Übergangsregierung und die kurdischen Kräfte offenbar einen Schritt aufeinander zugemacht. Die syrische Regierung und die von den Kurden geführten Syrischen Demokratischen Kräfte (SDF) haben sich auf ‌eine umfassende Waffenruhe und die schrittweise Eingliederung der kurdischen Militär- und Verwaltungsorgane in den syrischen Staat verständigt. Dies teilten beide Seiten mit. Es ist jedoch nicht das erste Abkommen zwischen den beiden Parteien. Vorherige wurden wieder aufgekündigt.

Dem aktuellen Abkommen gingen erhebliche Geländegewinne der Streitkräfte der Regierung von Interimspräsident Ahmed al-Sharaa voraus. Diese hatten in diesem Monat weite Teile des Nordens und Ostens des Landes von ‌den SDF erobert und die kurdischen Kräfte in eine schrumpfende Enklave zurückgedrängt.

Die Vereinbarung sieht vor, ⁠dass ‍sich die an den Frontlinien im Norden des Landes versammelten Kräfte zurückziehen. Zudem sollen Sicherheitskräfte des Innenministeriums in den Zentren der Städte Hasaka und ​Qamischli im Nordosten stationiert werden, die beide derzeit ‌von den ⁠SDF gehalten werden.

»Syrisches Territorium einen«

Das Abkommen beinhaltet außerdem die Bildung einer Militärdivision, die drei SDF-Brigaden umfassen wird. Zusätzlich soll eine Brigade für die Truppen in der von den SDF kontrollierten Stadt Kobane, auch ⁠bekannt als Ain al-Arab, gebildet werden, die dem Gouvernement Aleppo unterstellt wird. »Das Abkommen zielt darauf ab, das syrische Territorium ‌zu einen und eine vollständige Integration ‍in der Region zu erreichen«, hieß es in der von den SDF ‍veröffentlichten Vereinbarung. Ein hochrangiger Vertreter der syrischen Regierung sagte der Nachrichtenagentur Reuters, das Abkommen sei endgültig und am späten ‍Donnerstagabend getroffen worden. Die Umsetzung solle sofort beginnen.

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Beim Sieg über die IS-Miliz in Syrien 2019 hatten die von den USA unterstützten SDF eine entscheidende Rolle gespielt. Die Regierung von US-Präsident Donald Trump unterstützt nun die neue islamistische Übergangsregierung von Sharaa. Dessen islamistische HTS-Miliz hatte im Dezember 2024 den Sturz des langjährigen Machthabers Baschar al-Assad herbeigeführt.

Sharaas Übergangsregierung wird vorgeworfen, die Rechte und die Sicherheit von Minderheiten wie Alawiten, Drusen und Kurden nicht ausreichend zu schützen. Die Menschenrechtslage in dem Land gilt als fragil.

czl/Reuters