Die syrische Übergangsregierung und die kurdisch angeführten Syrischen Demokratischen Kräfte (SDF) haben sich auf einen Waffenstillstand geeinigt. Das bestätigten die SDF und das Verteidigungsministerium in Damaskus. Beide Seiten haben bekräftigt, sich an die Waffenruhe halten zu wollen.
Die Absprache sehe eine Waffenruhe von vier Tagen vor, innerhalb derer die SDF einem konkreten Plan zur Integration der Region zustimmen müsse, teilte das Präsidialamt mit. Sollte dies geschehen, würden syrische Regierungstruppen nicht in die Städte Hasaka und Qamischli einrücken.
Ziel der Übergangsregierung in Damaskus ist es, Syrien nach dem Sturz von Machthaber Baschar al-Assad zu einen. Für die Kurden bedeutet das im Umkehrschluss, dass sie Gebiete, Macht und erkämpfte Rechte verlieren können oder abgeben müssen. Daher war es in den vergangenen Wochen zu Kämpfen gekommen.
Schutz der Kurdengebiete ist für SFD eine »rote Linie«
Die SDF erklärte zunächst, man stimme der Waffenruhe zu, solange man nicht Ziel von Angriffen werde. SDF-Chef Mazloum Abdi hatte kurz zuvor noch von anhaltenden Kämpfen berichtet. Seine Miliz habe sich in Regionen mit kurdischer Mehrheit zurückgezogen. Diese zu schützen, sei eine »rote Linie«.
Die Vereinbarung sieht nach Angaben der Regierung auch vor, dass Abdi einen Kandidaten für den Posten des stellvertretenden Verteidigungsministers in Damaskus benennt. Auch die Gespräche über die Aufnahme der kurdischen Verbände in die reguläre Armee sollen fortgesetzt werden.
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Der US-Gesandte Tom Barrack schrieb in sozialen Netzwerken, der Vorschlag sei die beste Option für die Kurden in Syrien. Die ursprüngliche Funktion der SDF, ein Gegengewicht zur Extremisten-Miliz Islamischer Staat (IS) zu bilden, habe sich größtenteils erübrigt.
Die SDF war im Kampf gegen den IS der wichtigste Verbündete der USA. Gleichzeitig unterstützt Washington nun die Regierung von Präsident Ahmed al-Sharaa. Er versucht, auch die bislang autonom verwalteten Kurdengebiete wieder unter die Kontrolle der Zentralregierung zu bringen. Seine islamistischen Rebellen hatten Ende 2024 den langjährigen Machthaber Baschar al-Assad gestürzt.
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