Anfang der Woche wird Bundeskanzler Friedrich Merz den neuen syrischen Machthaber in Berlin zu Gesprächen begrüßen. Die Truppen von Ahmed al-Sharaa rücken derweil gegen Kurden vor – und ignorieren damit eine Aufforderung der USA, »jegliche Offensivhandlungen« einzustellen.
Im Norden Syriens haben kurdische Kämpfer derweil zwei wichtige Brücken über den Fluss Euphrat zerstört. Die mehrheitlich kurdischen Demokratischen Kräfte Syriens (SDF) »sprengten die neue Raschid-Brücke in der Stadt Raqqa«, meldete die staatliche Nachrichtenagentur Sana am Sonntag unter Berufung auf die Informationsdirektion der nördlichen Region Raqqa. Auch eine weitere Euphratbrücke sei gesprengt worden.
Staudamm nahe der Stadt Tabqa
Foto: Uncredited/ dpaIm Konflikt zwischen syrischen Regierungskräften und kurdischen Kämpfern hatte die syrische Armee zuletzt weite Gebiete erobert, in denen die Kurden bislang de facto Autonomie genossen. In Raqqa übernahm die Armee Behördenangaben zufolge am Sonntagmorgen die Kontrolle über die Stadt Tabqa mitsamt dem größten Staudamm des Landes.
Zuvor hatte die Armee mitgeteilt, die Kontrolle über zwei von den Kurden gehaltene Ölfelder nahe Tabqa übernommen zu haben. Wegen des Vorrückens der syrischen Armee hatten die kurdischen Behörden für die Region Raqqa »bis auf Weiteres« eine Ausgangssperre verhängt.
Der Vorstoß folgte auf tagelange Gefechte in der Großstadt Aleppo, in deren Verlauf kurdische Kämpfer die letzten beiden Stadtviertel aufgaben, die sie dort noch kontrolliert hatten.
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Die SDF-Kräfte kontrollierten große Gebiete in Syriens ölreichem Norden und Nordosten. Weite Teile davon hatten die SDF während des syrischen Bürgerkriegs in ihrem Kampf gegen die Terrormiliz »Islamischer Staat« (IS) eingenommen. Seit dem Sturz des syrischen Machthabers Baschar al-Assad im Dezember 2024 hat die Sorge um die Rechte und die Sicherheit von Minderheiten in Syrien zugenommen.
