Tische, Stühle, stimmungsvolle Beleuchtung: Dieses einladende Areal gehört zu einem neuartigen Café im nordostsyrischen Qamischli: Was sich hier bis vor einem Jahr abspielte, ist noch im Keller zu erahnen.
Yassin Sheikhmous, ehemaliger Gefangener: »In diesen Einzelzellen wurden Menschen eingesperrt. Ohne Licht, ohne Fenster und ohne Essen. Niemand wusste etwas von ihrem Schicksal, und sie wurden hier gefoltert.«
Sheikhmous war nach eigenen Angaben selbst zwischen 2008 und 2011 hier inhaftiert. Ein Jahr nach dem Ende der Schreckensherrschaft von Diktator Baschar al-Assad sind viele der Relikte seines Terrorregimes kaum wiederzuerkennen. Früher machten die Menschen einen weiten Bogen um die berüchtigten Haftanstalten.
Yassin Sheikhmous, ehemaliger Gefangener: »Jetzt kommen wir hierher und sehen, dass dieser Ort wunderschön ist. Ein Ort der Kultur und des Wissens, es herrscht Ruhe und Sicherheit. Es ist wunderbar, dass sich dieser Ort von einem Ort der Unterdrückung zu einem Ort des Trostes und der Geborgenheit gewandelt hat.«
Schwarz seien die Wände hier zuvor gewesen, nun haben sie diese farbenfroh gestrichen. Ein Kulturschaffender nutzt die Räume bereits für Schauspielunterricht, künftig sollen hier auch Workshops für Film und Stand-up-Comedy stattfinden.
Ein ähnlicher Wandel auch in der Hauptstadt Damaskus: Dieses neue Café wurde in einer leerstehenden ehemaligen Polizeistation eröffnet. Auch hier liegen frühere Gefängniszellen fast direkt neben den Tischen, an denen jetzt die neue Freiheit zelebriert wird.
Am 8. Dezember 2024 wurden die Assad-Diktatur und ein mehr als 13 Jahre dauernder Bürgerkrieg in Syrien beendet. Tausende Gefangene kamen frei. Wohin sich das Land unter dem neuen Machthaber Ahmed al-Sharaa entwickeln wird, ist ungewiss.