SpOn 07.01.2026
12:49 Uhr

Syrien: Armee erklärt kurdische Viertel in Aleppo zum Sperrgebiet


In Aleppo liefern sich Kurden und die syrische Armee Gefechte. Die islamistische Übergangsregierung stellt den Bewohnern zweier Viertel nun ein Ultimatum.

Syrien: Armee erklärt kurdische Viertel in Aleppo zum Sperrgebiet

Der Konflikt zwischen kurdischen Kämpfern und der syrischen Armee spitzt sich zu. Nun hat die Armee die kurdischen Viertel der Großstadt Aleppo zum militärischen Sperrgebiet erklärt: Die Bezirke Scheich Maksud und Aschrafijeh seien ab dem Nachmittag (15 Uhr Ortszeit, 13 Uhr MEZ) für Zivilisten gesperrt. Die Bewohner könnten die Bezirke bis dahin über zwei »humanitäre Korridore« verlassen.

Seit dem Sturz des syrischen Machthabers Baschar al-Assad im Dezember 2024 wird das nordsyrische Aleppo von der neuen islamistischen Übergangsregierung kontrolliert. Nur die Stadtviertel Scheich Maksud und Aschrafijeh standen bisher noch unter der Kontrolle kurdischer Einheiten, die Verbindungen zu den mehrheitlich kurdischen Demokratischen Kräften Syriens (SDF) und anderen kurdischen Milizen haben.

Am Montag und Dienstag war es in Aleppo zu Gefechten zwischen Truppen der Übergangsregierung und kurdischen Kämpfern gekommen, am Dienstag gab es nach Berichten syrischer Staatsmedien neun Tote. Am Mittwoch kam es weiter zu vereinzelten Zusammenstößen. Schulen, Hochschulen, Behörden und der Flughafen der zweitgrößten Stadt Syriens blieben geschlossen.

Gemäß einem im März zwischen Damaskus und den SDF geschlossenen Abkommen sollten die zivilen und militärischen Institutionen der Kurden eigentlich bis zum Jahresende in die syrische Zentralregierung und die Armee integriert werden. Doch trotz internationalen Drucks hat sich die Umsetzung des Abkommens aufgrund von Differenzen verzögert.

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Unter den ethnischen Minderheiten in Syrien stellen Kurden die größte Gruppe. Sie leben vor allem im Nordosten in einem selbstverwalteten Gebiet. In ihrem Konflikt mit der Regierung in Damaskus geht es insbesondere um die Frage, wie viel Autonomie und welche Rechte sie erhalten, aber auch um Ressourcen. Im Nordosten liegen die meisten Öl- und Gasreserven des Landes. Damaskus strebt eine Zentralregierung an, die auch den Nordosten umfasst.

esk/AFP