Die Polizei in Indonesien hat nach der Tötung und Enthauptung mehrerer Elefanten auf der Insel Sumatra 15 mutmaßliche Mitglieder eines organisierten Wildererrings festgenommen. Den Verdächtigen wird vorgeworfen, Elefanten erschossen und deren Stoßzähne für den illegalen Elfenbeinhandel entfernt zu haben.
Auslöser der Ermittlungen war ein enthaupteter Elefantenkadaver, der im Februar im Bezirk Pelalawan in der Provinz Riau mit abgetrenntem Kopf gefunden worden war. Die Ermittlungen umfassen aber auch weitere Fälle getöteter Elefanten seit 2024.
Nach Angaben der Polizei soll das Netzwerk arbeitsteilig organisiert gewesen sein – mit Schützen, Helfern zum Abtrennen der Köpfe, Waffenlieferanten, Finanziers und Zwischenhändlern für den Verkauf des Elfenbeins. Drei weitere Verdächtige sind noch flüchtig. Im Falle einer Verurteilung drohen bis zu 15 Jahre Haft. Zum Umfang des sichergestellten Elfenbeins wurden zunächst keine Angaben gemacht.
Nur noch 2400 bis 2800 Exemplare in freier Wildbahn
Die seltenen Sumatra-Elefanten (Elephas maximus sumatranus) leben ausschließlich auf Sumatra, der sechstgrößten Insel der Welt, die westlich von Malaysia und Singapur liegt. Die Weltnaturschutzunion (IUCN) führt die Unterart auf ihrer Roten Liste als »vom Aussterben bedroht«.
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Nach Schätzungen der Naturschutzorganisation WWF leben heute schätzungsweise nur noch 2400 bis 2800 Exemplare in freier Wildbahn. Hauptursachen sind der massive Verlust ihres Lebensraums durch Abholzung für Palmölplantagen sowie Wilderei und Konflikte mit Menschen.
