Französisch-Polynesien mit seiner größten Insel Tahiti gilt als das Südseeparadies schlechthin. Viele Touristen aus den USA, Australien und Europa kommen zum Schnorcheln oder Tauchen in den südlichen Pazifik. Die ausgedehnten Inselgruppen liegen jedoch auch auf einer Route von Drogenschmugglern.
Die französische Marine hat nun im Überseegebiet auf einem Schiff 2,4 Tonnen Kokain beschlagnahmt. Bei dem Einsatz in Kooperation mit den US-Behörden seien 100 Pakete Kokain entdeckt worden, teilten die französischen Behörden am Sonntag mit. Die Drogen seien auf hoher See zerstört worden, das gestoppte Schiff habe seine Fahrt dann mitsamt der Besatzung fortsetzen können.
Das Vorgehen ist in Französisch-Polynesien üblich: Die in der Region auf Schiffen beschlagnahmten Drogen sind in der Regel nicht für das französische Überseegebiet bestimmt. Die Menge wäre für die rund 280.000 Einwohner zu groß. Vielmehr wollen Drogenschmuggler sie von den Produktionsländern in Südamerika über den Pazifik in Länder wie Australien und Neuseeland bringen.
Das abgefangene Schiff fuhr laut französischen Angaben unter der Flagge eines Staates, der seine Hoheitsgewalt nicht an Frankreich abtreten wollte. Gemäß den geltenden völkerrechtlichen Bestimmungen und nach Rücksprache mit der zuständigen Staatsanwaltschaft habe das Schiff nach der Kontrolle und der Vernichtung des Kokains weiterfahren können.
Die Staatsanwaltschaft in der Hauptstadt von Französisch-Polynesien, Papeete, will sich auf Fälle konzentrieren, die das Überseegebiet direkt betreffen. Die Strafverfolgung überlässt sie den Ländern, unter deren Flagge die aufgebrachten Schiffe fahren – oder den Zielländern der Drogen.
Aus welchem Land das kontrollierte Schiff stammte, teilten die französischen Behörden nicht mit. Mit dem Drogenfund, der bereits am Donnerstag erfolgte, wurden innerhalb eines Monats in der Region fast zwölf Tonnen Kokain beschlagnahmt. Den Marktwert bezifferten die Behörden mit 2,4 Milliarden US-Dollar.
