Südkoreas Ex-Präsident Yoon Suk-yeol legt Berufung gegen seine Verurteilung zu einer lebenslänglichen Haftstrafe ein. Das teilte der 65-Jährige über seine Anwälte mit.
Als Gründe für die Berufung werden unter anderem angebliche rechtliche Fehler des erstinstanzlichen Urteils sowie eine überzogene Anklage angeführt. »Wir werden niemals schweigen über das, was wir als übertriebene Anklage durch einen Sonderstaatsanwalt, das widersprüchliche Urteil des Untergerichts auf dieser Grundlage und die politischen Umstände betrachten«, erklärte Yoons Anwaltsteam.
Yoon hatte bereits nach seiner Verurteilung in der Vorwoche Widerstand gegen die Gerichtsentscheidung angedeutet und diese als unlogisch bezeichnet. Zudem seien die Richter voreingenommen gewesen.
Der frühere Präsident war zuletzt wegen Anführung eines Aufstands verurteilt worden. Yoon hatte am 3. Dezember 2024 überraschend das Kriegsrecht ausgerufen und mithilfe von Soldaten versucht, die Nationalversammlung abzuriegeln. Begründet hatte Yoon die außergewöhnliche Maßnahme damit, dass die linke Opposition angeblich durch Nordkorea unterwandert sei.
Der versuchte Staatsstreich konnte abgewehrt werden, weil es in kurzer Zeit genügend Abgeordneten gelang, sich im Parlament zu versammeln. Einstimmig hoben sie das Kriegsrecht auf, die Vertreter von Yoons konservativer People Power Party eingeschlossen. Yoon wurde des Amtes enthoben und später angeklagt.
Am vergangenen Donnerstag wurde der konservative Politiker wegen Anführung eines Aufstands erstinstanzlich schuldig gesprochen und zu lebenslanger Haft verurteilt. Das Gericht sah es als erwiesen an, dass Yoon mit dem Verhängen des Kriegsrechts die demokratische Verfassung untergraben wollte. Die Anklage hatte die Todesstrafe für Yoon gefordert , diesem Urteil entging der Ex-Präsident jedoch.
Yoon gilt als Hauptschuldiger des versuchten Staatsstreichs. Zuvor wurde bereits Ministerpräsident Han Duck-soo wegen seiner Rolle zu 23 Jahren Haft verurteilt.
