Die US-Streitkräfte haben erneut drei mutmaßlich mit Drogen beladene Boote vor der Küste von Südamerika versenkt. Dabei soll es auch Tote gegeben haben. Die Schiffe seien auf einer bekannten Schmuggelroute unterwegs gewesen und gehörten zu einer als Terrororganisation deklarierten Gruppe, teilte das für die Region zuständige Südkommando des US-Militärs mit. Ob der Schlag in der Karibik oder im Pazifik erfolgte, wurde nicht mitgeteilt.
Drei Verdächtige seien beim Angriff auf das erste Boot getötet worden. Die übrigen Menschen an Bord sprangen demnach ins Wasser, bevor die US-Streitkräfte die beiden verbliebenen Schiffe versenkten. Die US-Küstenwache sei verständigt worden, um nach möglichen Überlebenden zu suchen.
Seit Anfang September greifen die US-Streitkräfte immer wieder Schnellboote in der Karibik und im Pazifik an, die mit Rauschgift beladen sein sollen. Bei bislang rund 30 Attacken wurden offiziellen Angaben zufolge über 100 Menschen getötet. Es ist hochumstritten, ob die tödlichen Angriffe auf mutmaßliche Drogenschmuggler in internationalen Gewässern völkerrechtlich zulässig sind.
Zuletzt bestätigte US-Präsident Donald Trump, dass das Militär auch einen «Drogenumschlagplatz» in Venezuela an Land angegriffen habe. Der Konflikt zwischen den USA und Venezuela war zuletzt immer weiter eskaliert. Die US-Streitkräfte haben vor der Küste des südamerikanischen Landes zahlreiche Kriegsschiffe, Kampfflugzeuge und Soldaten zusammengezogen.
Nach Einschätzung von Experten ist die Streitmacht für einen Einsatz gegen Drogenschmuggler eigentlich überdimensioniert. Venezuelas autoritärer Präsident Nicolás Maduro wirft dem Weißen Haus vor, einen Machtwechsel in Caracas erzwingen zu wollen.
