Die Europäische Union hat eine Luftbrücke eingerichtet, um Hilfsgüter in die sudanesische Krisenregion Darfur zu bringen. Der erste von insgesamt acht Flügen lieferte EU-Angaben zufolge rund 100 Tonnen Hilfsgüter. Die Aktion soll bis Januar 2026 laufen.
Die humanitäre Lage im Sudan hatte sich den Angaben zufolge Ende Oktober dramatisch verschlechtert. Derzeit gilt Darfur als eine der für humanitäre Helfer am schwersten erreichbaren Regionen weltweit.
Die Luftbrücke transportiert Material für Notunterkünfte, Wasser- und Sanitärausstattung sowie medizinische Ausrüstung. Die gesamte Maßnahme kostet 3,5 Millionen Euro, die aus dem Budget für humanitäre Hilfe der EU finanziert werden. Allein in diesem Jahr hat die EU eigenen Angaben zufolge mehr als 270 Millionen Euro Nothilfe für den Sudan bereitgestellt und ist damit einer der größten Geber.
Verstöße gegen das Völkerrecht
Seit April 2023 herrscht im Sudan ein Bürgerkrieg, in dem sich die sudanesische Armee und die RSF gegenüberstehen. Die RSF hatte Ende Oktober nach 18-monatiger Belagerung die Stadt Faschir erobert – die letzte große Stadt in der westsudanesischen Region Darfur, die bis dahin noch nicht von der Miliz kontrolliert wurde. Berichten zufolge verübten RSF-Kämpfer in der Stadt zahlreiche Gräueltaten und richteten etwa massenweise Zivilisten hin.
Der Verlust der Stadt eskaliere die bereits katastrophale humanitäre Situation und schränke den Zugang zu Hilfsgütern weiter ein, so die EU-Kommission . Geflüchtete Zivilisten berichten von massiven Verstößen gegen das Völkerrecht, es gibt Berichte über Massentötungen und Vergewaltigungen.
Seit die Milizen die Stadt Faschir kontrollieren, dringen zwar nur wenige Informationen nach außen, doch die Bilder und Videos, die sich im Netz verbreiteten, zeigen unvorstellbare Grausamkeit. Was eine Überlebende bei der Flucht mit ihren Kindern erlebte, lesen Sie hier .
