Der großflächige Stromausfall in Stuttgart wurde durch den Schaltfehler eines Mitarbeiters in einem Umspannwerk verursacht. Das teilte der Netzbetreiber Stuttgart Netze mit. Nach Angaben des Netzbetreibers Netze Stuttgart dauerte der Spannungsabfall im Hochspannungsbereich gerade einmal 0,06 Sekunden. Am Umspannwerk fänden aktuell Umbauten statt.
Der Abfall sei in weniger als einer Sekunde wieder behoben gewesen, teilte Stuttgart Netze mit.
In der Stadt hatte der Stromausfall größere Auswirkungen. Die Feuerwehr musste zu mehreren Einsätzen ausrücken, im ganzen Stadtgebiet lösten Brandmeldealarme aus. Richtige Brände habe es aber nicht gegeben. Auch größere Rettungsaktionen, etwa wegen eingeschlossener Menschen in Fahrstühlen, blieben einem Feuerwehrsprecher zufolge aus. Am Mittag ging die Zahl der Einsätze demnach deutlich zurück, man kehre in den Normalmodus zurück, so der Sprecher. Zeitweilig waren einige Ampeln ausgefallen; die Polizei habe Streifenbesatzungen losgeschickt, um den Verkehr zu regeln. In vielen Büros fiel auch das Internet aus. Kurz danach sei die Stromversorgung im Stadtgebiet wieder durchgehend stabil.
Kurzes Flackern, große Wirkung
Auch wenn der Strom nur für einen kurzen Moment ausgefallen ist: Der Spannungsabfall im Hochspannungsbereich hatte für viele Menschen spürbare Folgen. Das liegt daran, dass das Stromnetz in Deutschland ein hochsensibles System ist. Das Zusammenspiel der Ebenen ist fein säuberlich austariert. Schon kleine Abweichungen können für größere Probleme sorgen.
Nach Angaben von Stuttgart Netze fällt in Stuttgart im Jahr acht Minuten lang der Strom aus, davon betroffen sind in der Regel nur Teilbereiche. Im Bundesgebiet seien es 13 Minuten. Der Sprecher sagte, so ein Ereignis wie am Vormittag sei ihm in der jüngeren Vergangenheit in Stuttgart nicht bekannt.
In Stuttgart leben rund 600.000 Menschen. Die Stadt ist Landeshauptstadt von Baden-Württemberg und Sitz vieler wichtiger Institutionen und auch vieler großer Unternehmen.
Zuletzt hatte ein Stromausfall in Berlin die Stadt lahmgelegt. Zeitweise waren 45.000 Haushalte ohne Strom. Anders als in Stuttgart war es aber kein Schaltfehler, sondern ein gezielter Angriff. Der »neuralgische Punkt« im Berliner Stromnetz war lange vor dem Anschlag nahezu ungeschützt. Mehr dazu lesen Sie hier .

