Beim Einbruch in eine Bank in Stuhr nahe Bremen haben Unbekannte am Freitagmittag 14 Schließfächer geleert. »Zu den Inhalten können wir nichts sagen, weil wir auch nicht wissen, was die Bankkunden dort platziert haben«, sagte ein Sprecher der Polizei. Bisher gebe es keine Spur von den Einbrechern.
Die Bank nimmt nach eigenen Angaben Kontakt mit den Betroffenen auf. Kundinnen und Kunden könnten sich am Wochenende über eine Notfall-Hotline informieren.
Ende Dezember waren in Gelsenkirchen Einbrecher durch ein Bohrloch in den Tresorraum der dortigen Sparkasse gelangt. Sie brachen mehr als 3000 Schließfächer auf und flohen mit Gold, Bargeld und anderen Wertsachen. Aktuell wird dort von einer Beute im dreistelligen Millionenbereich ausgegangen.
Wie die Täter vorgingen
Nach Angaben der Ermittler brachen die Täter in Stuhr am Freitagmittag über einen Lichtschacht in den Keller der Bank ein. Sie steuerten zielgerichtet den Raum mit den Schließfächern von Privatkunden an und öffneten gewaltsam die Tür, wie die Polizei weiter mitteilte. Dort brachen sie 14 Schließfächer auf und verschwanden mit der Beute.
- Einbruch in Gelsenkirchen: Wie die Täter 3000 Schließfächer knackten – und niemand etwas merkte Von Lukas Eberle und Tobias Großekemper
- Coup von Gelsenkirchen: So gelangten die Sparkassen-Einbrecher in den Tresorraum Von Lukas Eberle, Tobias Großekemper und Max Heber
- Stuhr nahe Bremen: Erneut etliche Bank-Schließfächer aufgebrochen
Laut Zeugen könnte es sich um drei Täter handeln, sagte der Polizeisprecher. Sie sollen blaue Overalls getragen haben und vermutlich mit einem schwarzen Auto geflüchtet sein.
Wie der Einbruch bemerkt wurde
Die Polizei ermittelt, ob die Einbrecher gestört wurden. Möglicherweise sei ihnen nicht genug Zeit für weitere Schließfächer geblieben, weil die Bankmitarbeiter wieder aus ihrer Pause zurückgekehrt seien. Eine Mitarbeiterin sei nach ihrer Pause in den Keller gegangen und habe dort einen beißenden Geruch und geöffnete Türen bemerkt. Ihr sei sofort unwohl gewesen.
Die Feuerwehr führte Messungen durch, stellte nach eigenen Angaben aber keine Gefahr für die Gesundheit fest. Warum die Einbrecher den unbekannten Stoff versprühten, ist laut Polizei noch unklar.
In Gelsenkirchen hatten die bisher unbekannten Täter neben Feuerlöschschaum auch Ammoniak auf zurückgelassenen Gegenständen und im Schließfachraum versprüht. Damit sollten, davon gehen die Ermittler dort aus, in der Sparkassenfiliale im Stadtteil Buer mögliche Spuren unbrauchbar gemacht werden.
