SpOn 14.01.2026
09:42 Uhr

Studium und Finanzierung: Bafög‑Portal fast drei Wochen im Wartungsmodus


In der Phase, in der viele Studierende ihre Bafög‑Folgeanträge für das Sommersemester einreichen, ist die Plattform für Online-Anträge für fast drei Wochen abgeschaltet. Was Betroffene jetzt wissen müssen.

Studium und Finanzierung: Bafög‑Portal fast drei Wochen im Wartungsmodus

Das bundesweite Onlineportal bafög‑digital.de, über das Studierende ihre Bafög‑Anträge und Nachweise einreichen können, ist seit dem 7. Januar nicht erreichbar – und bleibt voraussichtlich bis zum 26. Januar offline. Beim Aufruf erscheint lediglich der Hinweis auf längerfristige Wartungsarbeiten: »Unsere Website wird vom 07.01.2026 bis ca. 26.01.2026 aktualisiert, damit Sie bafög-digital.de künftig noch einfacher und zuverlässiger nutzen können.«

Warum soll das Portal gleich für 19 Tage abgeschaltet werden?

1,1 Millionen Nutzerdaten

Eine Sprecherin des Bundesministeriums für Forschung, Technologie und Raumfahrt (BMFTR), fachlich zuständig für das Bafög, teilte auf SPIEGEL‑Anfrage mit, »dass das Bafög in dieser Legislaturperiode besser und digitaler werden soll« und das Portal deshalb neu programmiert wurde. Seit dem 7. Januar laufe die »Migration sämtlicher Datensätze zum neuen Antragsportal«, darunter mehr als 1,1 Millionen Nutzerdaten. Zusätzlich fänden Tests statt, die »das Wartungsfenster bis voraussichtlich zum 26. Januar erforderlich« machten.

Währenddessen stünden Antragswege wie die Papierform oder E‑Mail zur Verfügung. Bereits eingereichte Onlineanträge seien vollständig an die zuständigen Ämter übermittelt worden. Laut Ministerium habe man Nutzerinnen und Nutzer seit dem 17. Dezember über das Wartungsfenster informiert; auch die Länder seien frühzeitig eingebunden worden. Der Januar sei bewusst gewählt worden, da in diesem Zeitraum erfahrungsgemäß weniger Anträge eingehen.

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Der Ausfall des Portals fällt in eine Phase, in der die Nachfrage nach Bafög ohnehin rückläufig ist. 2024 erhielten nur noch 612.800 Menschen monatliche Leistungen  – 22.800 weniger als im Vorjahr und damit so wenig wie seit dem Jahr 2000 nicht mehr.

Alternativlösungen für Studierende

Für viele Studierende kommt der Ausfall dennoch ungünstig. Zahlreiche Bafög‑Ämter erwarten im Januar unter anderem die Folgeanträge für das Sommersemester.

Mehrere Studierendenwerke reagierten bereits auf die Abschaltung und verwiesen auf Alternativen. Studierende sollen ihre Unterlagen per E-Mail an das für sie jeweils zuständige Bafög-Amt schicken, möglichst mit Förderungsnummer im Betreff, oder sie per Post senden. Mehrere Ämter verweisen darauf, dass es trotz des Ausfalls wichtig sei, die Fristen einzuhalten.