In Berlin sind immer noch Tausende Haushalte ohne Strom. Nun hat das Land angekündigt, die Hotelkosten für »Berlinerinnen und Berliner, die nicht in anderen Notunterkünften verweilen können oder wollen«, zu zahlen. Das schreibt der Regierende Bürgermeister Kai Wegner (CDU) auf X. Die Kosten würden dann »nachträglich vollständig übernommen«. Dafür müsste die persönliche Betroffenheit nachgewiesen und beim Amt für Soziales des Bezirks eingereicht werden. Die Regelung gilt nur für festgelegte Partnerhotels.
Betroffene Berlinerinnen und Berliner, die nicht in anderen Notunterkünften verweilen können oder wollen, haben jetzt die Möglichkeit, sich in folgende Hotels zu begeben. Die Kosten werden nachträglich vollständig übernommen. Liste der Partnerhotels: https://t.co/Wx8bEaDnKK 1/3
— Kai Wegner (@kaiwegner) January 6, 2026
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Zuvor war die Ansage, dass die Betroffenen für die Hotels zwar einen vergünstigten Tarif von 70 Euro pro Nacht bekommen hätten, diesen aber selbst hätten zahlen müssen. Daran gab es massive Kritik – auch vom Koalitionspartner. SPD-Spitzenkandidat Steffen Krach, der Wegner bei der Wahl im September herausfordert, sagte dem SPIEGEL : »Warum bietet Kai Wegner den Menschen, die am meisten leiden, kein Hotel an, und sorgt nicht dafür, dass sein Finanzsenator für solche und andere Maßnahmen einen Notfonds bereithält?« Es gebe viele Menschen in Zehlendorf, die dies nicht brauchen würden, so Krach. »Eine Sarah Connor kann sich das Hotel leisten und fragt auch gar nicht danach. Aber Menschen, die ohnehin wenig haben, muss man in dieser Notsituation mehr unterstützen.« Die Sängerin Sarah Connor ist vom Stromausfall betroffen und hatte darüber in sozialen Medien berichtet.
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Nach einem mutmaßlich linksextremistischen Brandanschlag an einer Kabelbrücke im Bezirk Steglitz-Zehlendorf waren am Samstagmorgen im Südwesten Berlins zunächst 45.000 Haushalte und 2200 Unternehmen ohne Strom. Nach und nach wurde ein Teil der Kunden wieder angeschlossen. Aktuell sind laut Wegener noch 25.500 Haushalte ohne Strom. Alle 74 betroffenen Pflegeheime seien wieder versorgt. Nach Angaben des Regierenden Bürgermeisters waren oder sind 100.000 Menschen von dem Blackout betroffen. Berlin hatte am Sonntag eine sogenannte Großschadenslage ausgerufen.
Bei den Ermittlungen zu den Tätern gibt es noch keine Ergebnisse. Die Polizei spricht von einer sehr umfangreichen Tatortarbeit. Erste Zeugen würden vernommen, Videomaterial etwa der Verkehrsbetriebe BVG werde ausgewertet. Die linksextremistischen »Vulkangruppen«, die sich zu dem Anschlag in einem Schreiben bekannten, sind den Ermittlern bereits länger bekannt. Sie griffen mutmaßlich schon mehrfach Bahnanlagen oder das Stromnetz an.
