SpOn 08.12.2025
20:24 Uhr

Stockholm: Klimaaktivistinnen attackierten Gemälde – Freispruch in Schweden


Ist es Sachbeschädigung, wenn Klimaaktivistinnen die Schutzscheibe eines Gemäldes mit Farbe beschmieren? Ein Gericht in Stockholm gibt darauf eine Antwort. Ein ehemaliger Museumsmitarbeiter befürchtet eine Signalwirkung.

Stockholm: Klimaaktivistinnen attackierten Gemälde – Freispruch in Schweden

Zwei Klimaaktivistinnen tauchten am 14. Juni 2023 ihre Hände in rote Farbe und beschmierten anschließend das Schutzglas eines Monet-Gemäldes im schwedischen Nationalmuseum in Stockholm. Nun sind die beiden jungen Frauen vom Vorwurf der Sachbeschädigung freigesprochen worden. Sie hätten nicht vorgehabt, das Gemälde »Der Garten des Künstlers in Giverny« zu beschädigen, befand das Gericht in Stockholm.

Die beiden jungen Frauen hatten das Gemälde von Claude Monet – eine Leihgabe des Pariser Musée d'Orsay – bei ihrer Aktion nicht beschädigt. Lediglich der Rahmen bekam Farbspritzer ab. Dennoch waren die beiden Täterinnen und vier weitere Aktivisten wegen Sachbeschädigung angeklagt worden.

Die Angeklagten hatten betont, dass sie bei ihrer Tat eigens eine leicht zu entfernende Farbe benutzt und ein hinter Glas geschütztes Bild attackiert hatten. Das Gericht folgte ihrer Argumentation nun und sprach sie frei.

Freispruch mit Signalwirkung?

Der ehemalige stellvertretende Chefkurator des Museums, Per Hedström, äußerte sich skeptisch. Der Nachrichtenagentur TT sagte Hedström, er wolle sich nicht zu dem Urteil äußern, befürchte jedoch, dass es »als Signal interpretiert werden könnte, dass es in Ordnung ist, so etwas zu tun«. Die Aktivistinnen hätten mit ihrer Aktion viel Aufwand verursacht. Ihr Verhalten sei Teil einer umfassenderen Bedrohung für kulturelle Einrichtungen. Dies führe dazu, dass Kosten für Sicherheitsvorkehrungen anstiegen.

Alparslan Tügel, Verteidiger einer Angeklagten, glaubt nach eigener Aussage nicht, dass der Freispruch Klimaaktivisten zu ähnlichen Aktionen motivieren könnte. »Es wurden sehr weitreichende Maßnahmen ergriffen, um Schäden an der Kunst zu vermeiden. Ich glaube nicht, dass dies zu einem Lawineneffekt führen wird«, sagte er laut Nachrichtenagentur TT.

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ptz/AFP