Der Schauspieler Stephen Hibbert ist tot. Das teilte seine Familie dem amerikanischen Promiportal »TMZ« mit. Hibberts Tochter Rosalind bestätigte den Tod ihres Vaters außerdem gegenüber dem Magazin »Rolling Stone« .
Hibbert sei bereits am 2. März in Denver, Colorado, an einem Herzinfarkt gestorben, berichtet »TMZ« unter Berufung auf ein Familienmitglied. Er wurde 68 Jahre alt.
Als Teil einer Impro-Comedy-Gruppe hatte Hibbert Anfang der Neunzigerjahre den damals jungen Regisseur Quentin Tarantino kennengelernt, der bei einer Vorstellung im Publikum saß. Bekannt wurde er 1994 als Sexsklave »Hinkebein« in Tarantinos Gangsterfilm »Pulp Fiction« – eine Rolle, in der er nicht spricht, noch nicht einmal sein Gesicht ist zu sehen.
Charakter mit Stockholm-Syndrom
Im Film wird »Hinkebein« in einem Folterkeller gefangen gehalten und grunzt nur. Boxer Butch Coolidge (gespielt von Hollywoodstar Bruce Willis) entkommt nach einiger Gewalt aus diesem Keller und schlägt »Hinkebein« dabei bewusstlos.
»Ich habe die Szene so gespielt, als hätten die Typen, die ihn gefangen hielten, ihm die Zunge herausgeschnitten«, sagte Hibbert 2024 in einem Interview mit der »American Association of Retired Persons«. Der Charakter sei schon eine Weile Gefangener gewesen, deshalb habe er ihn so gespielt, als habe er sich in einer Art Stockholm-Syndrom auf die Seite seiner Peiniger geschlagen. »Ich glaube, wenn ich es ganz düster und bedrohlich gespielt hätte, wäre es nicht so gruselig gewesen«, sagte Hibbert.
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Dem Interview zufolge hatte er sich in den vergangenen Jahren als »halbwegs im Ruhestand« bezeichnet. Er trat demnach aber noch bei Fan-Conventions auf.
Hibberts Kinder Ronnie, Rosalind und Greg teilten nach dessen Tod mit: »Sein Leben war geprägt von Liebe und Hingabe für die Kunst und seine Familie. Viele werden ihn sehr vermissen.«
