SpOn 26.02.2026
12:15 Uhr

Stellantis: Opel-Mutter meldet 22 Milliarden Euro Verlust


Die Kehrtwende von Donald Trump bei der Elektromobilität treibt Stellantis tief in die roten Zahlen. Der Mutterkonzern von Opel muss erhebliche Investitionen abschreiben und erwartet vorerst kaum Besserung.

Stellantis: Opel-Mutter meldet 22 Milliarden Euro Verlust

Der Autokonzern Stellantis hat im vergangenen Jahr wegen hoher Abschreibungen auf seine Elektroautostrategie einen riesigen Milliardenverlust gemacht. Unterm Strich standen 22,3 Milliarden Euro Minus, teilt die Opel-Mutter mit. Zu dem Vielmarkenkonzern mit Wurzeln in Frankreich, Italien und den USA gehören unter anderem Fiat, Peugeot, Chrysler, Alfa Romeo und Jeep.

Bereits vor Wochen hatte Stellantis mitgeteilt, dass es viel Geld abschreiben muss, weil die Regierung von US-Präsident Donald Trump Subventionen für Elektroautos gestrichen und Abgasregelungen geändert hat. In der Folge ist die Nachfrage nach Elektroautos im wichtigsten Markt USA äußerst schwach. Letztlich beliefen sich die Wertminderungen im Gesamtjahr auf 25,4 Milliarden Euro.

Wieder mehr Verbrenner

Aber auch bereinigt um die Sonderkosten kam der VW-Rivale stark unter Druck und fuhr im Tagesgeschäft wegen Preisdrucks rote Zahlen ein. Das gilt sowohl für Nordamerika, wo der Konzern einst mit seinen Pick-ups und SUV den Löwenanteil seiner Gewinne machte, als auch in Europa.

Der neue Konzernchef Antonio Filosa war eigentlich angetreten, um Stellantis nach einer hausgemachten Krise in den USA im Tagesgeschäft wieder auf Kurs zu bringen. Nun musste er mit einem Großreinemachen beginnen, das den Konzern lange mit Milliardenzahlungen belasten wird. Erst 2027 sei wieder mit einem Zufluss an freien Mitteln im Fahrzeuggeschäft – dem sogenannten Free Cashflow – zu rechnen, teilt der Konzern mit.

Stellantis streicht Elektromodelle, bietet mehr Verbrenner- und Mischantriebe an und baut die Produktion und seine Lieferketten um. Auch die anderen US-Autoriesen General Motors und Ford mussten viele Milliarden auf ihren eingeschlagenen Elektrokurs abschreiben.

fdi/dpa