SpOn 01.03.2026
17:04 Uhr

Steinzeitschrift von der Schwäbischen Alb und Hilfe für Tiere – die guten Nachrichten der Woche


Forscher haben ein außergewöhnliches Zeichensystem in Steinzeithöhlen auf der Schwäbischen Alb entdeckt. Eine Möwe wurde erfolgreich wiederbelebt. Und: Frauen können mehr Gehalt verlangen. Die guten Nachrichten der Woche.

Steinzeitschrift von der Schwäbischen Alb und Hilfe für Tiere – die guten Nachrichten der Woche

Baden-Württemberg bezeichnet sich ja selbst gern als Land der »Hidden Champions«. Dabei geht es eigentlich um Mittelständler, doch Forschern ist nun auf der Schwäbischen Alb ein Fund gelungen, der dem Begriff ganz neue Dimensionen gibt. Schon vor etlichen Jahren haben Archäologen dort Menschen-, Löwen- und Mammutfiguren, Kettenanhänger, Werkzeuge und Flöten in Höhlen gefunden. Geschnitzt aus Elfenbein und älter als alle anderen figuralen Kunstwerke, die jemals gefunden wurden.

Elfenbeinplatte mit einer anthropomorphen Figur und mehreren Reihen von Kerben und Punkten

Elfenbeinplatte mit einer anthropomorphen Figur und mehreren Reihen von Kerben und Punkten

Foto: Hendrik Zwietasch / Landesmuseum Württemberg

Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler haben sich diese Figuren nun nochmal vorgenommen. Zum Glück, denn was sie dabei gefunden haben, könnte das älteste Zeichensystem der Menschheit sein, schreibt mein Kollege Guido Kleinhubbert. Er hat sich die Studie der Forscher genauer angeschaut.

Das Forschungsteam aus der Archäologin Ewa Dutkiewicz vom Museum für Vor- und Frühgeschichte in Berlin und dem Sprachwissenschaftler Christian Bentz von der Universität des Saarlandes hat auf den Figuren eine Art Urzeitschrift gefunden, die über Generationen genutzt wurde. Das Zeichensystem von der Schwäbischen Alb verfüge über eine ähnliche Informationsdichte wie eine gut 5000 Jahre alte Proto-Keilschrift aus Mesopotamien im Alten Orient, heißt es in der Studie. Doch das Besondere? »Proto-Keilschrift gilt derzeit noch als erste Vorform der Schrift; die Ritzungen von der Schwäbischen Alb sind allerdings 35.000 Jahre älter«, schreibt mein Kollege Guido. Und diese sei über Tausende Jahre weitergegeben worden. Fleißige Schwaben gab es also schon vor Jahrtausenden!

Die Forscher versuchen auch mithilfe von künstlicher Intelligenz und Computerprogrammen die Bedeutung der Zeichen einzugrenzen. Das sei schwer, doch nicht unvorstellbar. Den ganzen Text zu dem außergewöhnlichen Fund aus dem Ländle lesen Sie hier .

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Was diese Woche noch gut war – für die Welt:

Ein Sieg für Indigene

Die brasilianische Regierung wollte Wasserwege in der Amazonas-Region ausbauen, um die Durchfahrt größerer Schiffe zu ermöglichen. Doch davon wurde jetzt Abstand genommen. Der Rückzieher ist ein Sieg für Indigene. Sie hatten zuvor in der Amazonasstadt Santarém gegen die Pläne protestiert. Lesen Sie hier die ganze Meldung.

Amazonasgebiet in Brasilien

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Foto:

Andre Penner / AP

Möwen-Wiederbelebung

Es war ein beinahe tödliches Spiel für eine türkische Möwe: Während einer Partie in der Amateurliga in Istanbul traf der Ball das Tier in der Luft. Die Möwe fiel zu Boden und konnte nicht mehr atmen. Doch dann eilte Gani Catan herbei, der Retter in der Not! Der Kapitän von Istanbul Yurdum Spor reagierte schnell und belebte per Herz-Lungen-Massage die Möwe wieder. Hier können Sie die kurios-schöne Meldung lesen.

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Kurven auf Formel-1-Rennstrecken werden nach für den Sport bedeutenden Menschen benannt. Bislang waren es immer Männer, denen diese Ehre zuteilwurde. Doch nun, im Jahr 2026 (!), wird beim Großen Preis von Australien eine Kurve zum ersten Mal Frauen gewidmet. Die deutsche Renningenieurin Laura Müller vom Team Haas und Red Bulls britische Rennstrategin Hannah Schmitz dürfen sich darüber freuen. Für Müller ist das ein wichtiges Zeichen, wie Sie hier nachlesen können.

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Gute Laune bei Mietern durch Solarstrom auf dem Dach

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Foto:

Jochen Tack / picture alliance

Kalt = krank? Stimmt nicht!

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Streik für bessere Arbeitsbedingungen

Am vergangenen Freitag und Samstag streikte bundesweit das Personal im öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV). In den seit November laufenden Verhandlungen über den Tarifvertrag Nahverkehr TV-N fordert die Gewerkschaft Ver.di deutlich bessere Arbeitsbedingungen. Wird das Ziel erreicht, kommt das im Idealfall auch Ihnen als Passagiere zugute. Mein Kollege Florian Pütz hatte daher den Impuls, sich einmal vor den Bus- und U-Bahnfahrerinnen und -fahrern zu verneigen. Seine Liebeserklärung lesen Sie hier .

Und sonst?

Hat mich ehrlicherweise kaum ein Thema über die vergangenen Tage so beschäftigt, wie die Geschichte des kleinen Affen Punch. Jedes Video zu dem verstoßenen Makakenbaby mit seinem Kuscheltier in einem japanischen Zoo hat mich trauriger gemacht. Also habe ich bei einer Primatenforscherin angerufen  und gefragt, warum Punch von den anderen Affen im Gehege nicht angenommen wird. Julia Ostner, Professorin an der Universität Göttingen und dem Leibniz-Institut für Primatenforschung, konnte das Ganze einordnen. Punch wurde von seinen Pflegern aufgezogen und kam erst später zur Affengruppe dazu. »Die anderen Makaken sind etwas ruppig mit ihm, aber ich würde es eher Sozialisation nennen. Punch muss die Regeln lernen und seinen Platz in der Gruppe finden«, sagte Ostner.

Die Forscherin bestätigte mich allerdings auch in meiner Abneigung gegen Zoos. »Dass ein Jungtier nicht angenommen wird, kommt im Freiland im Prinzip nicht vor«, erklärte Ostner. Es sei dem Affenbaby nicht gut gegangen, da es einsam gewesen sein muss. Dieses Schicksal bewegte die Welt.

Doch nach Anfangsschwierigkeiten gibt es endlich Hoffnung für Punch. Erste Affen haben angefangen, Fellpflege bei ihm zu betreiben und ihn zu umarmen. Punch hat ihnen sein geliebtes Kuscheltier gezeigt.

Makakenbaby Punch mit seinem Kuscheltier

Makakenbaby Punch mit seinem Kuscheltier

Foto: AFP

Zusammen geht es einfach besser. Deshalb hat mir diese Woche auch mein lieber Kollege Elias Lübbe geholfen, den Newsletter zu schreiben. Wir beide sind der Meinung: Gute Tiernachrichten kann es nie genug geben.

In diesem Sinne: Kuscheln Sie weiter und seien Sie lieb zu Tieren!

Ich wünsche Ihnen ein schönes Wochenende. Und wenn Sie sich bisher nicht für unseren wöchentlichen Newsletter angemeldet haben, können Sie ihn hier gratis bestellen.

Herzliche Grüße

Ihre Charlotte Lüder, Redakteurin im Nachrichtenressort des SPIEGEL