SpOn 09.09.2026
18:40 Uhr

Steffen Krach: SPD-Spitzenkandidat in Berlin bezeichnet Vorwürfe nach Hausdurchsuchung als »absolut haltlos«


Die Staatsanwaltschaft ermittelt gegen Steffen Krach, der für die SPD für das Amt des Regierenden Bürgermeisters in Berlin kandidiert. Nun hat er sich erstmals geäußert – und will weiter Wahlkampf machen.

Steffen Krach: SPD-Spitzenkandidat in Berlin bezeichnet Vorwürfe nach Hausdurchsuchung als »absolut haltlos«

Berlins SPD-Spitzenkandidat Steffen Krach hat die Vorwürfe der Staatsanwaltschaft Hannover als »absolut haltlos« bezeichnet. »Ich habe nichts zu verbergen«, sagte er dem Rundfunk Berlin-Brandenburg (RBB). Er wolle mit Polizei und Staatsanwaltschaft zusammenarbeiten. »Ich will da absolute Transparenz, und ich bin da ganz entspannt.« Die Wahl im Abgeordnetenhaus in Berlin gebe er nicht auf: »Ich werde in den nächsten elf Tagen weiter Wahlkampf machen hier in Berlin«, sagte der Berliner SPD-Chef dem RBB.

Von den Ermittlungen habe Krach am Morgen erfahren, er kenne aber keine Details. »Was die Staatsanwaltschaft wissen möchte, werde ich ihnen sagen – dann müssen die mir aber auch sagen: Was sind die Vorwürfe? Was steht im Raum?«, sagte er dem Sender.

Nach SPIEGEL-Informationen geht es um eine Spende während des Wahlkampfs

Die Staatsanwaltschaft Hannover ermittelt gegen Steffen Krach. Das bestätigte die Behörde dem SPIEGEL. Es wurden drei Objekte durchsucht, zwei in Berlin und ein Objekt in Hannover. Wie eine Sprecherin dem SPIEGEL sagte, betraf es in Hannover »Geschäftsräume der Region Hannover«. Was in Berlin im Einzelnen durchsucht wurde, könne sie nicht direkt sagen. Auch zum Vorwurf sagte sie bislang nichts, »aus ermittlungstaktischen Gründen«. Zuvor hatten die »Hannoversche Allgemeine Zeitung«  (HAZ) und die »Neue Presse«  berichtet.

Bei dem Verfahren geht es offenbar um den Verdacht der Bestechlichkeit. Wie der »Tagesspiegel«  schreibt, soll SPD-Politiker Krach noch in Hannover von einem Träger im Gesundheitswesen womöglich dafür Spenden erhalten haben, sich für den Träger in einem Bieterverfahren einzusetzen. Womöglich geht es dabei um das Vergabeverfahren beim Grundstücksverkauf des früheren KRH-Klinikgeländes in Lehrte.

»Der Vorwurf anscheinend von der Staatsanwaltschaft Hannover ist, dass ich mich da habe bestechen lassen«, sagte Krach dem RBB. »Ich habe weder privat als auch meine Partei hier in Berlin keine Spende angenommen.« Bei einer späteren Gelegenheit erwähnte er eine Spende vom damals unterlegenen Bieter in Höhe von 9500 Euro, die innerhalb von 24 Stunden zurücküberwiesen worden sei.

Sein Handy sei beschlagnahmt worden, so Krach

Bei einem Wahlkampftermin am Donnerstagnachmittag äußerte Krach sich weiter zu den Ereignissen. Morgens hätten die Ermittler geklingelt. »Ich bin aus meiner Wohnungstür rausgegangen, bin unten zur Haustür«, schilderte er. Sein Handy sei beschlagnahmt worden. Was darüber hinaus womöglich noch mitgenommen worden sei, das wisse er nicht, so Krach. Er habe dann zu einer Podiumsdiskussion von Spitzenkandidaten gehen müssen. Die Beamten seien in seiner Wohnung geblieben.

»Ich bin erstaunt und ich muss auch mal persönlich sagen, ich habe kleine Kinder zu Hause, die haben das heute Morgen alles mitbekommen«, sagte Krach. »Das macht etwas mit einem Vierjährigen, mit einem Zwölfjährigen, auch meine Frau war zu Hause.« Und weiter: »Ich bin in die Politik gegangen, weil ich gerne Politik mache, und ich muss sagen, das, was ich da heute Morgen erlebt habe, das ist schon etwas gewöhnungsbedürftig.«

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Nach SPIEGEL-Recherchen soll sich Krach nicht persönlich bereichert haben, es geht um eine Spende in Höhe von knapp unter der veröffentlichungspflichtigen Grenze von 10.000 Euro an die Berliner SPD für den Wahlkampf. Eine SPIEGEL-Anfrage zu der Spende ließ die Partei am Mittwochnachmittag zunächst unbeantwortet. Die Unternehmensgruppe des mutmaßlichen Spenders war für eine Stellungnahme nicht erreichbar.

esk/tmo/dpa