Nein, nicht alle Jungen sind scharf auf »Lifestyle-Teilzeit«, wie öfter suggeriert wird. Mein Kollege Markus Sutera hat es in einem sehr lesenswerten Text treffend formuliert: »Die Generation Z tritt mit ihren eigenen Vorstellungen in die Arbeitswelt und stellt die Aufstiegsideale ihrer Vorgänger infrage.«
Karriere machen? Gern – aber eben nicht mehr um jeden Preis. Arbeit als Mittel zum Zweck, nicht als Sinn des Lebens. Reicht doch, finde ich.
Was ich seit Jahren in meinem Freundeskreis beobachte, belegen deutschland- und europaweite Studien: Laut Jugendbefragung der Bertelsmann Stiftung hält weniger als ein Drittel der jungen Beschäftigten in Deutschland Führung für erstrebenswert. Aber anstatt über die Gründe dafür zu sprechen, verfallen einige Boomer lieber ins Generationen-Bashing.
Die Leadership-Professorin Heike Bruch hat Markus erklärt , warum junge Menschen mitunter lieber auf die klassische Karriere verzichten – und wann Eltern und Kolleg:innen abschreckend wirken.
Und gleichzeitig gibt es auch nach wie vor die, die sich bewusst für Führung entschieden haben. Ich habe mit vier von ihnen gesprochen:
Jakob Schöffel führt die gleichnamige Outdoorfirma in achter Generation und hat sich vorgenommen: »Das Unternehmen darf mich nicht kaputtmachen.«
Mina Habsaoui baut bei Siemens Energy Abteilungen auf. Ihr Führungsstil, sagt sie, sei empathisch.
Kai Lanz hat das Beratungsangebot Krisenchat gegründet. Mit Coaching und Meditation habe er seine innere Haltung am Arbeitsplatz optimiert.
Maria Supranowitz ist bei der DHL Group für 3500 Mitarbeitende verantwortlich. Dabei höre sie auch auf ihr Bauchgefühl.
Die Gespräche mit ihnen stimmen mich optimistisch. Denn sie zeigen, dass beides geht: Verantwortung und ein Privatleben.
Viel Freude und Optimismus beim Lesen wünscht
Franca Quecke, Redakteurin SPIEGEL Start
Chef sein, wer tut sich das noch an? Die Generation Z wäre alt genug, um Karriere zu machen. Doch viele lehnen Führungspositionen dankend ab. Und stellen Unternehmen damit vor ernste Probleme .
»Geldanlage ist aus Sicht vieler Eltern weiterhin Telekom-Aktie, Siemens-Aktie, Bayer-Aktie – fertig«: Die meisten Mütter und Väter denken, sie wüssten, was das Beste für ihre Kinder ist. Das gilt auch beim Geld. Doch der Verhaltensökonom Oscar Stolper fand nun heraus : Eltern sind oft schlechte Finanzberater.
Verschimmelte Küchen, bröckelnder Putz, Wasserschäden: In Münchner Wohnheimen klagen Studierende über katastrophale Zustände. Auch die Politik mischte sich ein. Nun stellt der Betreiber Maßnahmen zur Besserung vor – den Bewohnern reicht das nicht.
Mehr Ambitionen, bitte! Die Politik setzt die Rahmenbedingungen für ein gutes Leben und gutes Arbeiten – nun haben wir: Achtstundentag ade, Teilzeit nur mit Sondergenehmigung. Warum genau jetzt der Zeitpunkt für Zuversicht und Innovationen wäre.



