SpOn 19.11.2025
23:29 Uhr

Stadtbild-Debatte: Stipendiaten verlassen Raum bei Friedrich Merz' Rede über Integration


Bei der Verleihung des Talisman-Preises verlassen rund 30 Teilnehmer kurzzeitig den Saal, aus Protest gegen Bundeskanzler Friedrich Merz. Anlass sind seine umstrittenen Aussagen zum Stadtbild.

Stadtbild-Debatte: Stipendiaten verlassen Raum bei Friedrich Merz' Rede über Integration

Aus Protest gegen eine umstrittene Stadtbild-Äußerung von Friedrich Merz (CDU) haben rund 30 Menschen bei einer Rede des Bundeskanzlers zum Thema Integration demonstrativ den Saal verlassen. Bei der Verleihung des Talisman-Preises für gesellschaftlichen Zusammenhalt der Deutschlandstiftung Integration in Berlin gingen die Stipendiatinnen und Stipendiaten hinaus, als Merz die Bühne betrat.

Sie trugen Sticker mit der Aufschrift »Wir sind das Stadtbild« und positionierten sich im Eingangsbereich für ein Gruppenfoto. Erst nach der etwa 20-minütigen Rede nahmen sie ihre Plätze wieder ein.

Merz hatte Mitte Oktober erklärt, die Bundesregierung korrigiere frühere Versäumnisse in der Migrationspolitik und mache Fortschritte, »aber wir haben natürlich immer im Stadtbild noch dieses Problem«. Deshalb unterstütze der Bundesinnenminister Rückführungen in großem Umfang. Seine Äußerung führte zu einer großen öffentlichen Debatte und Demonstrationen.

Merz lobt »Integration von Sportlern«

Im Rahmen der Veranstaltung ehrte die Deutschlandstiftung Integration Sportlerinnen und Sportler, die sich im Bereich Sport und gesellschaftlichen Zusammenhalt engagieren. Merz, Schirmherr der Stiftung, lobte das Engagement der Anwesenden: »Sie sind Vorbilder für so viele junge Menschen mit Migrationshintergrund.« Viele hätten mehr Anstrengungen als Menschen ohne Zuwanderungsgeschichte aufbringen müssen und seien wegen ihres Namens oder Äußerlichkeiten Vorurteilen ausgesetzt gewesen, nicht aber aufgrund ihrer Fähigkeiten oder ihres Charakters.

Mehr zum Thema

Merz betonte außerdem, dass Deutschland ein Einwanderungsland sei und die Geschichte der Bundesrepublik ohne Einwanderung schlechter verlaufen wäre. Gleichzeitig machte er deutlich, dass Zuwanderung gestaltet und gesteuert werden müsse, um Integration erfolgreich zu gestalten.

lkö/dpa