Steigende Spritpreise und ein Preissprung bei Nahrungsmitteln haben das Leben in Deutschland im Januar wieder stärker verteuert. Nach vorläufigen Berechnungen des Statistischen Bundesamtes lagen die Verbraucherpreise um 2,1 Prozent über dem Niveau des Vorjahresmonats. Für Dezember war eine Inflationsrate von 1,8 Prozent errechnet worden, im Oktober und November 2025 waren es 2,3 Prozent.
»Die Teuerung der Verbraucherpreise insgesamt hat sich zum Jahresanfang verstärkt«, sagt Ruth Brand, Präsidentin des Statistischen Bundesamts. »Vor allem verteuerten sich Nahrungsmittel im Januar stärker als in den vorangegangenen Monaten.« Im vergangenen Herbst hingegen hatte der Preisanstieg bei Nahrungsmitteln geringer als die Gesamtinflation gelegen.
Dienstleistungen teurer, Energie billiger
Dienstleistungen, die sich seit Monaten überdurchschnittlich verteuern, bleiben auch im neuen Jahr ein Preistreiber. Hier schlägt sich auch die Verteuerung des Deutschlandtickets für bundesweite Fahrten im Regional- und Nahverkehr nieder. Zudem spüren Kunden in vielen Restaurants und Cafés wenig davon, dass zum Jahreswechsel die Mehrwertsteuer auf Speisen von 19 auf 7 Prozent gesenkt wurde. Viele Betriebe behalten die Steuerersparnis ein.
Energie wurde 1,7 Prozent günstiger, verglichen mit dem Dezember. Von Januar 2025 bis Januar 2026 verbilligte sich die Haushaltsenergie insgesamt sogar um 3,2 Prozent. Sowohl Strom, Gas als auch Fernwärme wurden billiger. Fahrzeugkraftstoffe wurden allerdings im Januar 0,5 Prozent teurer. Ein Grund dafür: die zu Jahresbeginn gestiegene CO₂-Bepreisung.
Aus Sicht von Ökonomen spricht viel dafür, dass die Teuerungsrate im Gesamtjahr 2026 knapp über zwei Prozent liegen wird. Dafür dürfte auch die jüngste Mindestlohnerhöhung sorgen. Denn viele Unternehmen geben gestiegene Kosten an die Kundschaft weiter. Im Schnitt des vergangenen Jahres waren die Verbraucherpreise wie 2024 um 2,2 Prozent gestiegen.
