SpOn 18.08.2026
12:23 Uhr

Spirit Airlines: Google kauft interne Daten von insolventer US-Airline, um KI zu trainieren


Mails, Teams-Chats und Präsentationen: Für diese und weitere Unternehmensdaten der gescheiterten Fluggesellschaft Spirit Airlines hat Google Millionen gezahlt. Der Techkonzern will damit seine KI verbessern.

Spirit Airlines: Google kauft interne Daten von insolventer US-Airline, um KI zu trainieren

Zum Training künstlicher Intelligenz hat Google sich ein riesiges Datenpaket des pleitegegangenen US-Billigfliegers Spirit Airlines gesichert. Für ein Gebot von zehn Millionen Dollar (8,6 Millionen Euro) ersteigerte der Techkonzern in einer Auktion unter anderem rund 100 Millionen E-Mails sowie 500 Millionen Unterhaltungen über die Messagingplattform Microsoft Teams, wie aus Unterlagen im Insolvenzverfahren hervorgeht . Unterlegener Bieter bei der Spirit-Auktion war die KI-Firma Mercor mit einem Gebot von 7,5 Millionen Dollar.

Den Unterlagen zufolge sind in dem Datenpaket neben Kommunikationsdaten unter anderem auch »Dokumente, Präsentationen, Tabellenkalkulationen, Wissensdatenbanken und Wikis« enthalten sowie »Daten aus Kerngeschäftssystemen und Geschäftsanwendungen (einschließlich, aber nicht beschränkt auf Daten zum Mitarbeiterverhalten und zur Produktivität)«.

Google betonte, dass vor der Übergabe der Daten alle personenbezogenen Informationen von einem weiteren Unternehmen entfernt werden sollen. »Wir erwerben die internen Daten und die Software des Unternehmens, jedoch nicht dessen Kunden- oder Kreditkartendaten«, sagte ein Sprecher von Google »Business Insider« . Demnach könnten die Daten von Spirit Airlines »hilfreich sein, um unsere Produkte und KI-Modelle zu verbessern«. Zu dem Paket gehören auch Software sowie Daten zur Preisgestaltung.

KI-Konzerne haben ein Interesse, firmeninterne Kommunikation von etwa gescheiterten Start-ups zu erwerben, um ihre künstliche Intelligenz zu trainieren. Hintergrund ist dabei unter anderem, zur Verbesserung der KI reale Abläufe in Unternehmen zu simulieren.

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Spirit Airlines hatte Anfang Mai den Betrieb eingestellt. Seit August vergangenen Jahres war der Billigflieger bereits im zweiten Insolvenzverfahren binnen weniger als zwölf Monaten. Ursprünglich wollte die Airline es im Sommer mit niedrigeren Schulden verlassen. Doch dann wurden diese Pläne durch die im Irankrieg gestiegenen Kerosinpreise torpediert. Der »plötzliche und anhaltende« Anstieg habe keinen anderen Weg gelassen, als den Betrieb einzustellen, betonte Spirit-Chef Dave Davis.

kim/dpa