SpOn 04.03.2026
14:14 Uhr

Sparmaßnahmen an Hochschulen: Uni Kiel verzichtet auf Neubesetzung von Stellen


Das Land Schleswig-Holstein muss sparen, davon ist auch der Hochschulbereich betroffen. Die Universität Kiel sieht sich deshalb zu drastischen Maßnahmen gezwungen. Vielen Unis in Deutschland geht es derzeit ähnlich.

Sparmaßnahmen an Hochschulen: Uni Kiel verzichtet auf Neubesetzung von Stellen

Die Christian-Albrechts-Universität (CAU) in Kiel besetzt bis auf Weiteres keine Stellen neu. Grund dafür sind massive Finanzprobleme, die durch die Kürzungen des Haushalts in Schleswig-Holstein entstehen, während die Betriebskosten weiter steigen. Man wolle nun die Personalkosten temporär reduzieren, um sich Zeit für strukturelle Anpassungen zu verschaffen, heißt es in einer Stellungnahme der Unikanzlerin Claudia Ricarda Meyer, die dem SPIEGEL vorliegt. Der NDR  hatte zuvor berichtet.

Zunächst sollen frei werdende Stellen für neun Monate unbesetzt bleiben. In diesem Jahr wird es also keine Neueinstellungen geben. Betroffen seien Stellen in den Bereichen Wissenschaft, Services, Technik und Verwaltung. Ausnahmen gelten für sicherheitsrelevante Bereiche und kritische Infrastruktur, um die Funktionsfähigkeit der Universität sicherzustellen. Die Universität rechne deshalb mit Qualitätseinschnitten bei Lehre und Forschung, wie der NDR berichtet. Die neuen Ziel- und Leistungsvereinbarungen mit dem Land Schleswig-Holstein gelten für die Jahre 2026 bis 2029.

Die Maßnahme der Universität soll Mitte Juli evaluiert und die Laufzeit gegebenenfalls angepasst werden. »Das Präsidium ist sich der Konsequenzen dieses Schrittes bewusst, sieht jedoch in der aktuellen Situation keine andere Möglichkeit, um den Haushalt zu stabilisieren«, heißt es in der Mitteilung.

Einsparungen an Hochschulen landesweit

Angesichts angespannter Landeshaushalte drohen deutschen Hochschulen derzeit vielerorts massive Sparmaßnahmen, etwa in Berlin und Nordrhein-Westfalen. Während die Kosten für Personal, Sachmittel oder Energie steigen, stehen den Hochschulen immer weniger Haushaltsmittel zur Verfügung. Die Sparmaßnahmen werden mitunter mit der sinkenden Zahl an Studierenden, einer schwächelnden Wirtschaft oder sinkenden Steuereinnahmen begründet.

Auch an Universitäten in Hessen werden derzeit aufgrund von Sparmaßnahmen des Landes Stellen gestrichen und Projekte laufen aus. Der Hochschulpakt gilt dort bis 2031.

Wegen der Sparzwänge plant etwa die Universität Kassel nach Angaben eines Sprechers, in den kommenden Jahren unter anderem auf bis zu 30 Professuren zu verzichten. Auch in Verwaltung und zentralen Einrichtungen werde gespart.

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Um 141 Millionen Euro muss die Marburger Philipps-Universität ihre Ausgaben bis 2031 kürzen. Dafür setzt die Uni auf eine Vier-Punkte-Strategie. Diese beinhaltet die Entnahme aus Rücklagen, die Streichung von 100 Dauerstellen in zentralen Bereichen sowie eine verzögerte Nachbesetzung von Stellen in Fachbereichen und wissenschaftlichen Zentren.

An der Technischen Universität (TU) Darmstadt schlägt sich der Sparzwang direkt auf das Studienangebot nieder: So wird zum Jahresende das Institut für Sportwissenschaft geschlossen sowie das Institut für Angewandte Geowissenschaften verkleinert, das im Fachbereich Bau- und Umweltingenieurwissenschaften aufgeht.

Welche Studiengänge in anderen Bundesländern bedroht sind und was das für die Studierenden bedeutet, erfahren Sie hier .

kah/dpa