Ein Nahverkehrszug ist am Dienstag in der spanischen Gemeinde Gelida in Katalonien entgleist. Dabei kam mindestens eine Person ums Leben, wie die Regionalbehörden mitteilten. Es soll zudem mindestens vier Schwerverletzte geben. Die Nachrichtenagentur Efe und die Zeitung »El País« berichten, dass es sich bei dem Todesopfer um den Lokführer handelt.
Die katalanischen Rettungsdienste erklärten, 37 Verletzte versorgt zu haben, die meisten der Betroffenen seien leicht verletzt. 20 Krankenwagen und Dutzende Sanitäter sowie Helfer waren demnach an der Unglücksstelle im Einsatz.
Der Zug der Linie R4 im Nahverkehrsnetz Rodalies entgleiste offiziellen Angaben zufolge, weil er frontal gegen eine Stützmauer prallte, die zuvor auf die Gleise gestürzt war. Der spanische Bahnbetreiber Adif erklärte, die Mauer sei wahrscheinlich aufgrund der starken Regenfälle der vergangenen Tage eingestürzt.
Gelida liegt knapp 40 Kilometer westlich von Barcelona. Der Zug war laut »El País« zwischen Manresa und Sant Vicenç de Calders unterwegs.
Zuvor war schon ein anderer Rodalies-Nahverkehrszug der Linie R2 weiter nördlich nahe dem Ort Blanes wegen eines Erdrutsches entgleist. Der Zug verlor eine Achse, über mögliche Verletzte gibt es bisher keine Informationen.
Die Suche nach Opfern vom Zugunglück in Andalusien dauert an
Erst am Sonntag war es in Spanien zu einem der schwersten Bahnunglücke in der Geschichte des Landes gekommen. Bei dem Zusammenstoß von zwei Hochgeschwindigkeitszügen in Andalusien starben jüngsten Angaben zufolge mindestens 42 Menschen. Noch immer werden rund 40 Personen vermisst, die Suche in den teilweise stark zerstörten Waggons läuft noch.
- Katastrophe in Andalusien: Sechsjährige überlebt Zugunglück in Spanien – als einzige ihrer Familie
- Zugunglück in Spanien: Zum Bremsen blieben nur 20 Sekunden Von José Bautista und Steffen Lüdke, Madrid
- Augenzeugen über Zugunglück in Spanien: »Ich kann nicht schlafen, diese Bilder lassen mich nicht los«
Die Ursache des Unglücks vom Sonntag ist nach wie vor unklar. Laut der Regionalregierung werden ein Gleisschaden oder ein Fehler an einem der Züge nicht ausgeschlossen. Aber es seien noch »alle Hypothesen offen«.
Es gibt schon jetzt zahlreiche Spekulationen zur Ursache des Zugunglücks. Wird die Aufarbeitung zur politischen Schlammschlacht? Mehr dazu erfahren Sie hier .
