SpOn 18.01.2026
23:55 Uhr

Spanien: Schweres Zug-Unglück in der Provinz Córdoba - zahlreiche Tote und Verletzte


Der spanische Verkehrsminister spricht von einem »extrem ungewöhnlichen Unfall«: Im Süden des Landes sind zwei Hochgeschwindigkeitszüge kollidiert, es gibt Dutzende Opfer. Die Rettungsarbeiten gestalten sich schwierig.

Spanien: Schweres Zug-Unglück in der Provinz Córdoba - zahlreiche Tote und Verletzte

Bei einem schweren Eisenbahnunglück sind im Süden Spaniens mindestens 21 Menschen ums Leben gekommen. Außerdem gebe es rund 30 Schwerverletzte, teilte Verkehrsminister Óscar Puente mit. Es handele sich um eine vorläufige Bilanz, betonte er. Dutzende Menschen erlitten leichtere Verletzungen.

Das Unglück ereignete sich am Sonntagabend gegen 19.40 Uhr unweit der Gemeinde Adamuz in der andalusischen Provinz Córdoba, wie die spanische Bahngesellschaft Renfe mitteilte. Ein Iryo-Hochgeschwindigkeitszug der italienischen Gesellschaft Trenitalia auf dem Weg von Málaga nach Madrid sei mutmaßlich mit Tempo 300 entgleist und in das benachbarte Gleis geraten. Genau zu diesem Zeitpunkt sei ein entgegenkommender Hochgeschwindigkeitszug von Renfe dort vorbeigefahren.

»Der Aufprall war so heftig, dass die beiden vorderen Wagen des Renfe-Zuges infolgedessen aus den Gleisen geschleudert wurden«, sagte Minister Puente. Diese Waggons stürzten eine vier Meter hohe Böschung hinunter und wurden weitgehend zerstört.

Unter den Todesopfern ist den amtlichen Angaben zufolge einer der Lokführer. Zahlreiche Fahrgäste waren demnach noch Stunden nach dem Unfall in den Zügen eingeschlossen. Feuerwehrleiter Paco Carmona sprach von einem sehr schwierigen Einsatz: »Es ist ein schwer zugängliches Gebiet. Das Ausmaß der Zerstörung war zudem groß. Chaos, offene Brüche. Alles andere als schön.«

Die Unfallursache ist bisher unklar

Spaniens Ministerpräsident Pedro Sánchez sicherte schnelle Hilfe zu. »Heute ist eine Nacht tiefen Schmerzes für unser Land«, schrieb  er bei X.

Die Ursache des Unglücks ist bisher unklar. »Das ist schon ein extrem ungewöhnlicher Unfall«, sagte Minister Puente. »Gerade Strecke, ein ziemlich neuer Zug, ein erst jüngst mit einer Investition von 700 Millionen Euro renovierter Streckenteil.« Man müsse nun das Ergebnis der Ermittlungen abwarten.

Der Iryo-Zug war mit mehr als 300 Menschen an Bord unterwegs, der in Madrid gestartete Renfe-Zug fuhr mit rund 200 Passagieren nach Huelva. Der Verkehr auf der wichtigen Strecke zwischen Madrid und Andalusien sollte laut Renfe mindestens bis einschließlich Montag unterbrochen werden. Viele Menschen, die in verschiedenen Städten von Zugausfällen aufgrund des Unfalls betroffen waren, verbrachten die Nacht in Bahnhöfen.

Die Präsidentin der Europäischen Kommission, Ursula von der Leyen, sprach den Familien und Angehörigen der Opfer sowie dem spanischen Volk ihr Beileid aus. »Den Verletzten wünsche ich eine schnelle und vollständige Genesung«, schrieb sie bei X  auf Spanisch. »In dieser Nacht seid ihr in meinen Gedanken.«

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Der Unfall weckt Erinnerungen an das Zugunglück im Jahr 2013 nahe Santiago de Compostela: Damals entgleiste ein Hochgeschwindigkeitszug in einer engen Kurve, weil er mit weit überhöhter Geschwindigkeit unterwegs war. Der Zug prallte gegen eine Betonmauer und ging teilweise in Flammen auf. 79 Menschen kamen ums Leben, rund 140 wurden verletzt.

mgr/aar/dpa