SpOn 16.12.2025
10:36 Uhr

Spanien: Regierungschef Sánchez kündigt Mobilitätsticket für 60 Euro an


Um die Lebenshaltungskosten zu senken und den Umweltschutz zu stärken, führt Spanien ein landesweit gültiges Mobilitätsticket ein. Es wird günstiger sein als das Deutschlandticket.

Spanien: Regierungschef Sánchez kündigt Mobilitätsticket für 60 Euro an

Der spanische Regierungschef Pedro Sánchez hat ein landesweites Monatsticket für Züge und Busse angekündigt. Der Preis soll bei monatlich 60 Euro liegen. Das Spanienticket werde es ab Mitte Januar geben, für unter 26-Jährige solle es 30 Euro kosten. Die Regierung wolle damit die Lebenshaltungskosten etwas senken und zu umweltfreundlichem Reisen ermutigen. In Spanien liegt die Inflationsrate aktuell bei drei Prozent.

Das Ticket soll für Vorort- und Regionalzüge sowie für im Land fahrende Busse gelten, sagte Sánchez. Ähnlich wie in Deutschland sind Hochgeschwindigkeitszüge davon ausgeschlossen. Auch die Mobilitätsangebote der autonomen Regionen und der Gemeinden sind zunächst nicht inbegriffen, wie der spanische Rundfunk berichtet . Sánchez rief aber dazu auf, dass sich alle regionalen und lokalen öffentlichen Verkehrsnetze schrittweise diesem neuen Abonnement anschließen, um »allen Bürgern einen erschwinglichen Zugang zu öffentlichen Verkehrsmitteln im ganzen Land zu ermöglichen.«

Vorbild dürfte das Deutschlandticket sein

Sánchez erwartet, dass insgesamt »zwei Millionen Menschen jeden Monat leichter zur Arbeit fahren, nach Hause zurückkehren und ihren täglichen Aufgaben nachgehen können.« Wie viel das Ticket die Regierung kosten wird, sagte er nicht.

Die von Sánchez geführte Minderheitsregierung steht momentan aufgrund von Vorwürfen der Korruption und sexuellen Belästigung unter Druck. Obwohl die Opposition vorgezogene Neuwahlen fordert, hält Sánchez an seinem Amt fest. Er kündigte an, seine Regierung habe »die Energie und die Entschlossenheit«, die aktuelle Legislaturperiode bis 2027 zu Ende zu bringen.

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Vorbild für den Mobilitätsvorstoß der Regierung dürfte das Deutschlandticket sein. Es kostet ab Januar 63 Euro pro Monat. Die Zahl der Nutzer hierzulande liegt laut Verband Deutscher Verkehrsunternehmen bei 13,5 Millionen. Bund und Länder gleichen die Einnahmeausfälle für die Verkehrsbetriebe mit jährlich drei Milliarden Euro aus. Die Summe ist bis 2030 festgeschrieben.

sei/AFP