Vier Tage nach dem schweren Zugunglück im Süden Spaniens werden immer noch Leichen aus den Trümmern geborgen. Die Zahl der Todesopfer stieg am Donnerstag von 43 auf 45. Die spanischen Behörden bestätigten unterdessen eine Mitteilung des Auswärtigen Amtes (AA) in Berlin, wonach sich unter den Toten ein Opfer aus Deutschland befindet. Es handele sich um eine Frau, sagte ein Sprecher der Polizei vor Journalisten. Weitere Informationen zur Identität des deutschen Opfers wurden vorerst nicht bekannt.
Unter den 43 bisher identifizierten Todesopfern gebe es nach jetziger Erkenntnis insgesamt drei Ausländer. »Eine Frau aus Deutschland, eine aus Russland und eine aus Marokko«, sagte der Sprecher der Polizeieinheit Guardia Civil. Das AA hatte vormittags mitgeteilt, die Angehörigen des deutschen Opfers würden von Mitarbeitern des deutschen Konsulats in Málaga betreut. Weiter hieß es: »Über die genaue Anzahl der betroffenen deutschen Staatsangehörigen gibt es derzeit jedoch noch keine verlässlichen Angaben.«
An der Unglücksstelle entdeckten die Einsatzkräfte nahe der Ortschaft Adamuz in der andalusischen Provinz Córdoba nachmittags zwei weitere Leichen. Es handele sich um zwei erwachsene Männer, teilte die Regionalregierung in Andalusien mit. Die beiden Leichen seien in einem der beiden Waggons gefunden worden, die beim Unglück eine vier bis fünf Meter hohe Böschung hinuntergestürzt und besonders schwer zerstört worden waren.
Suche nach Opfern wird fortgesetzt
Es wird vermutet, dass es sich um die beiden Personen handelt, die nach dem Unfall vom Sonntagabend noch als vermisst galten. Die Autopsie und die Identifizierung der beiden Leichen am Gerichtsmedizinischen Institut in Córdoba steht jedoch noch an. Die Suche in den Trümmern werde unterdessen fortgesetzt, bis sicher sei, dass dort keine Opfer mehr liegen, hieß es.
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Bei dem Zusammenstoß von zwei Hochgeschwindigkeitszügen waren auch Dutzende Menschen teils schwer verletzt worden. Die Verletztenzahl wurde zuletzt offiziell mit 123 angegeben. 31 liegen noch im Krankenhaus, und sechs von ihnen würden noch auf Intensivstationen behandelt, teilte der andalusische Notdienst auf X mit. Aber kein Verletzter schwebt demnach in Lebensgefahr.
Es war eines der schwersten Zugunglücke in der Geschichte des Landes. Die Ursache ist noch unklar. Nach jüngsten Angaben wird ein Gleisschaden oder ein Fehler an einem der Züge als Auslöser der Katastrophe nicht ausgeschlossen. Der spanische Innenminister Fernando Grande-Marlaska schloss Sabotage aus.
