Im Jahr 2002 hatte Elon Musk viel Zeit und noch mehr Geld. Der Unternehmer hatte seine Beteiligung am Bezahldienst PayPal verkauft. Außerdem hatte er mit den Folgen einer Malariaerkrankung zu kämpfen und verbrachte viel Zeit im Bett. Beim Lesen stieß er auf die Arbeit der Mars Society. Die Lobbyorganisation machte sich für die Besiedlung des Planeten Mars stark, als eine Art Back-up-Planet für die Erde, wenn es hier zu einer Katastrophe kommen sollte.
Musk war begeistert. Als er wenig später sein Raumfahrtunternehmen SpaceX gründete, tat er das mit einem klaren Ziel: Die Firma sollte es mit ihrer Technologie möglich machen, dass Menschen zum Roten Planeten fliegen und dort dauerhaft leben können. Wieder und wieder hat Musk seitdem diese Vision wiederholt.
Doch wie es aussieht, schiebt der mittlerweile reichste Mensch der Welt seine Pläne nun auf. Auf X hat Musk verkündet, dass die Firma ihre Bemühungen zunächst auf den Bau einer Kolonie auf dem Mond fokussieren werde.
For those unaware, SpaceX has already shifted focus to building a self-growing city on the Moon, as we can potentially achieve that in less than 10 years, whereas Mars would take 20+ years.
— Elon Musk (@elonmusk) February 8, 2026
The mission of SpaceX remains the same: extend consciousness and life as we know it to…
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Deren Realisierung sei deutlich schneller möglich, innerhalb von zehn Jahren, so Musk. Für eine Kolonie auf dem Mars sei mindestens die doppelte Zeit nötig. Solche Zeitangaben sind aber ohnehin mit Vorsicht zu genießen. Musk verkündet oft Ziele, die praktisch nicht einzuhalten sind.
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Der Plan der Marskolonie sei auch nicht aufgehoben, so der SpaceX-Chef weiter. Man werde die Arbeit daran in fünf bis sieben Jahren beginnen.
Die Ankündigung könnte aber auch irdische Hintergründe haben, konkret das »Artemis«-Mondprogramm der US-Weltraumbehörde Nasa. Es sieht eine astronautische Landung auf dem Erdtrabanten noch in der zweiten Amtszeit von Präsident Donald Trump vor. Jahrelang war der Plan, dass die nötige Landefähre dazu von SpaceX kommen sollte.
Allerdings läuft die Entwicklung des dafür nötigen »Starships« bei Musks Firma deutlich langsamer ab als ursprünglich geplant. Im US-Kongress und womöglich auch bei der Nasa gibt es Befürchtungen, dass der geplante Termin für eine Landung nicht zu halten sein wird. In diesem Fall wäre es möglich, dass chinesische Raumfahrer vor den Amerikanern auf dem Mond landen. Die Regierung in Peking plant so eine Mission noch in diesem Jahrzehnt.
Im vergangenen Jahr hatte die Nasa deswegen auch Blue Origin, die Raumfahrtfirma von Amazon-Gründer Jeff Bezos, dazu eingeladen, eine Landefähre für die erste geplante Landung anzubieten. Ursprünglich war geplant, dass die Firma erst spätere »Artemis«-Missionen unterstützt.
Blue Origin hatte kürzlich angekündigt, sich stärker auf das firmeneigene Mondprogramm zu fokussieren. Flüge reicher Touristen, die an Bord einer Kapsel für wenige Minuten die Schwerelosigkeit erleben konnten, wurden deswegen vorerst auf Eis gelegt. Womöglich sah sich Elon Musk nach dieser Ankündigung gezwungen, auch eine öffentliche Stellungnahme abzugeben – für den Mond. Der Mars muss warten.
