Menschen, die in Pflegeheimen wohnen, sind nach einer Auswertung der Krankenkasse DAK zunehmend auf Sozialhilfe angewiesen. »Die Sozialhilfequote in Pflegeheimen erreicht 2026 den neuen Höchstwert von 37 Prozent«, heißt es in der Studie, die der »Rheinischen Post« vorab vorliegt.
Ohne Reformen könnte die Zahl bis zum Jahr 2035 demnach auf knapp 43 Prozent ansteigen. »Die stationäre Pflege wird für immer mehr Menschen zur konkreten Armutsfalle«, sagt DAK-Vorstandschef Andreas Storm.
Deckelung des Eigenbeitrags würde entspannen
Derzeit beziehen der Auswertung nach 309.000 Menschen in Pflegeheimen Sozialhilfe. Die Zahl könnte sich demnach in den nächsten neun Jahren um 15 Prozent auf 356.000 Betroffene erhöhen. Die Studie hat der Gesundheitsökonom Heinz Rothgang im Auftrag der DAK erstellt.
DAK-Vorstand Storm fordert: »Die Begrenzung der Eigenanteile in den Heimen muss Teil einer großen Pflegereform werden. Wir brauchen einen neuen Finanzierungsmix.« Die Lasten müssten fair zwischen Beitragszahlenden, Pflegebedürftigen und Steuerzahlenden verteilt werden.
Eine Deckelung der pflegebedingten Eigenanteile auf einen Höchstbetrag von 1000 oder 1200 Euro im Monat würde die Lage laut Studie etwas entspannen. Die Sozialhilfequote würde demnach dann auch im Jahr 2035 zwischen 32 und 37 Prozent liegen.



