SpOn 23.11.2025
13:42 Uhr

So schützen Sie sich auf dem Weihnachtsmarkt


Ein Glühwein unter Freunden – und hinterher fehlt die Geldbörse. Weihnachtsmärkte sind heimelige Hotspots, leider auch für Langfinger und Trickbetrüger. Aber denen können Sie es schwer machen.

So schützen Sie sich auf dem Weihnachtsmarkt

Ja, ist denn schon wieder Weihnachten? Nach und nach öffnen in Deutschland die Weihnachtsmärkte. Glühweinstände und Marktbuden erleuchten die Innenstädte und locken zum Bummeln.

Damit beginnt ein Fest für Taschendiebe. Im dichten Gedränge dauert es manchmal nur wenige Sekunden, bis Geldbörse, Kreditkarte oder Autoschlüssel weg sind. (Manchmal ist gleich der ganze Weihnachtsmarkt gefälscht, aber das ist eine andere Geschichte, die Sie hier lesen können.) Wie können Sie sich vor Dieben schützen? Die wichtigsten Fragen und Antworten.

Mit welchen Tricks arbeiten die Diebe?

Oft treten Taschendiebe im Duo oder in kleinen Gruppen auf und agieren arbeitsteilig nach dem Motto: ablenken, anrempeln, Beute übergeben.

  • Beim Rempeltrick wird das Opfer im Gedränge angestoßen oder in die Zange genommen. Der Vordermann bückt sich etwa oder bleibt abrupt stehen. Während das Opfer abgelenkt ist, greift ein Komplize in die Tasche.

  • Beim Fleckentrick wird das Opfer mit Ketchup oder einem Getränk bekleckert und beim wortreichen Reinigungsversuch bestohlen.

  • Oder Fremde bitten um Wechselgeld. Beim Öffnen der Geldbörse wird der Betroffene vom Täter abgelenkt – der seine Münzen in die Börse wirft, aber gleichzeitig Banknoten herauszieht.

  • Das ganze Jahr über, aber verstärkt in der Vorweihnachtszeit, zieht der Auskunfttrick. Fremde fragen das Opfer nach dem Weg oder sprechen Menschen auf vollen Bahnhöfen an. Während der Angesprochene abgelenkt ist, plündern Komplizen die Hand- oder Umhängetasche oder das Gepäck.

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Was rät die Polizei zur Sicherheit?

  • Weihnachtsmarktbesucher sollten generell nur das Notwendigste an Bargeld oder Zahlungskarten dabeihaben.

  • Die PIN sollte niemals im Portemonnaie und schon gar nicht auf der Zahlungskarte notiert werden.

  • Experten empfehlen auch, Geld, Papiere und das Smartphone getrennt voneinander in verschiedenen verschlossenen Innentaschen zu tragen.

  • Ratsam sind ein Brustbeutel, Geldgürtel oder eine am Gürtel angekettete Geldbörse.

  • Handtaschen sollten stets geschlossen sein und mit dem Verschluss in Richtung Körper getragen werden.

Wachsamkeit ist besonders an engen, stark frequentierten Bereichen wie Eingängen, Marktständen oder bei großen Menschenansammlungen, zum Beispiel am Glühweinstand, angebracht.

Münchner Christkindlmarkt: Ein Prosit auf eine diebstahlfreie Zeit

Münchner Christkindlmarkt: Ein Prosit auf eine diebstahlfreie Zeit

Foto: Revierfoto / IMAGO

Wie reagiert man richtig bei einem Diebstahl?

Egal, wie Sie Ihre Chancen einschätzen, Ihre Wertgegenstände zurückzubekommen:

  • Zeigen Sie die Straftat bei der Polizei an. Auf vielen Weihnachtsmärkten sind Polizeibeamte präsent.

  • Um sich bei einem Diebstahl vor Abbuchungen zu schützen, sollten alle Geldkarten sofort gesperrt werden. Das geht am besten über den zentralen Sperrnotruf 116116. Damit lassen sich alle Girokarten und die meisten Kreditkarten sperren.

  • Die Polizei kann die Girokarte auch für das elektronische Lastschriftverfahren sperren.

Trotz aller Sperrungen: Sie sollten in so einem Fall in den Wochen danach sorgfältig ihre Kontobewegungen im Auge behalten und unrechtmäßige Lastschriften zurückbuchen lassen.

Welcher Schaden entsteht durch Taschendiebstähle?

Ein Trost, wenn auch ein schwacher: Sie sind nicht allein. Über das ganze Jahr gesehen wurden 2024 laut polizeilicher Kriminalstatistik in Deutschland etwa 107.720 Taschendiebstähle registriert. Heutige Taschendiebe sind nach Angaben der Polizei oft professionelle, international reisende Täter.

Nur wenige Fälle werden aufgeklärt – die Aufklärungsquote lag im vergangenen Jahr laut Kriminalitätsstatistik bei nur knapp sieben Prozent.

mamk/AFP