Der Schlagzeuger und Musikproduzent Sly Dunbar, eine Hälfte des einflussreichen Reggae-Rhythmusduos Sly & Robbie, ist tot. Er wurde 73 Jahre alt. Das teilte Dunbars Ehefrau Thelma der jamaikanischen Tageszeitung »The Gleaner« mit. Weitere Quellen aus Sly Dunbars Umfeld bestätigten dem britischen »Guardian« den Tod des Musikers. Demnach sei er seit einigen Monaten krank gewesen.
Sly kam als Lowell Fillmore Dunbar im jamaikanischen Kingston zur Welt. Mit dem Trommeln soll er auf seinem Schultisch begonnen haben – und mithilfe von Blechdosen. Schon als Teenager bildete er zusammen mit dem 2021 verstorbenen Bassisten Robbie Shakespeare die Rhythmusgruppe der Reggae-Band The Revolutionaries. Bekannt wurden die beiden als Sly & Robbie.
Sie musizierten auf Reggae-Klassikern der legendären Reggaebands Black Uhuru, The Mighty Diamonds und sind auch auf Hits von berühmten Musikern wie Jimmy Cliff und Peter Tosh zu hören. Dunbar spielte Schlagzeug in Bob Marleys Song »Punky Reggae Party«. Wenn man eine Reggaeplatte kaufe, sagte der britische Musiker und Produzent Brian Eno 1979, liege die Wahrscheinlichkeit bei 90 Prozent, dass das Schlagzeug darauf von Dunbar gespielt worden sei.
Der Sound von Sly & Robbie machte sie weit über die Grenzen ihrer Heimat berühmt: Die beiden Musiker spielten auf drei Alben ihrer Landsmännin Grace Jones mit (darunter das Meisterwerk »Nightclubbing« aus dem Jahr 1981), auf drei Alben von Bob Dylan und auf vier von Serge Gainsbourg. Der zweifache Grammy-Gewinner Dunbar arbeitete auch mit Mick Jagger, Joe Cocker oder der Gruppe Fugees auf ihrem Hitalbum »The Score« (1996) zusammen.



