SpOn 21.11.2025
12:30 Uhr

Slowakei: Ermittler stoppen Schockanrufer-Bande


Indem sie am Telefon einen Unfall vortäuschten, wollten acht Menschen in der Slowakei offenbar Geld erbeuten. An drei Tagen riefen sie mehr als 1000 Menschen in Deutschland an – bis die Polizisten kamen.

Slowakei: Ermittler stoppen Schockanrufer-Bande

Ermittler aus Bayern und der Slowakei haben eine mutmaßliche Bande von Telefonbetrügern auffliegen lassen. Ein Ermittlungsrichter in der Slowakei habe Haftbefehle gegen acht Tatverdächtige erlassen, heißt es in einer Mitteilung . Es handle sich um Männer und Frauen zwischen 24 und 51 Jahren.

Die Gruppe hatte demnach an drei Nachmittagen rund 1000 Schockanrufe abgesetzt. Diese erreichten Menschen in Bayern, Baden-Württemberg, Rheinland-Pfalz, Schleswig-Holstein und Hamburg, so die Ermittler. Die Anrufer handelten den Angaben zufolge nach einem bekannten Muster und gaben sich am Telefon als verunfallte Angehörige aus. Vor allem ältere Menschen sollten so überredet werden, Geld an Unbekannte zu übergeben.

Laut Polizei habe man die Betroffenen rechtzeitig warnen können. So sei in mehreren Fällen verhindert worden, dass Geld an die Bande geflossen sei.

Slowakische Einsatzkräfte stürmten unterdessen eine Wohnung in der Stadt Poprad. Sie diene als Zentrale der mutmaßlichen Täter, hieß es. Dort hätten die Ermittler neben den acht Tatverdächtigen auch vier Kinder angetroffen.

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Die mutmaßlichen Täter warfen demnach Handys und Laptops aus dem Fenster, um Beweise zu vernichten. Trotzdem konnte die Polizei laut Mitteilung mehrere Geräte und SIM-Karten sicherstellen.

Im Juli wurden in Düsseldorf drei Betrüger zu langen Freiheitsstrafen verurteilt. Sie sollen mit Schockanrufen mehr als eine halbe Million Euro in Bargeld, Schmuck und Goldmünzen erbeutet und an eine kriminelle Bande in der Türkei geschickt haben. Mehr dazu lesen Sie hier.  

esw/dpa