Der deutsch-jüdische Comedian Shahak Shapira, 37, zeigt sich tief frustriert über den zunehmenden Antisemitismus in Deutschland. »Ich bin superverbittert«, sagte Shapira der Wochenzeitung »Die Zeit« . Sein Mittel, damit umzugehen, sei politische Comedy. »Was soll ich denn tun? Rausgehen und Palästinenser verprügeln? Die Sache ist: Wir müssen besser sein. Wir, meine Leute, meine Familie – wir müssen zusehen, dass wir moralisch nicht verkommen.«
Shapira wolle auch in seinem neuen Programm politisch bleiben. »Ich beneide die Menschen, die nicht politisch sein müssen«, sagte der 37-Jährige. »Ich würde das auch gern können. Aber wenn ich diesen Teil von mir verstecke, würde sich das anfühlen, als würde ich meine eigene Identität ausradieren.« Es gebe keine Trennung zwischen seiner öffentlichen und seiner privaten Person. »Wird man depressiv, weil man Comedian ist, oder wird man Comedian, weil man depressiv ist?«
Der 1988 in Israel geborene und seit 2002 in Deutschland lebende Comedian zählt zu den bekanntesten Satirikern des Landes. 2015 wurde er in Berlin von arabischstämmigen Männern zusammengeschlagen. Sein jüngerer Bruder Lahav wurde 2010 von Neonazis und 2024 von propalästinensischen Aktivisten attackiert.
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Shapiras Großvater Amitzur Shapira gehörte zu den israelischen Geiseln, die 1972 beim Olympiaattentat in München von palästinensischen Terroristen getötet wurden. Er war Trainer der israelischen Leichtathletikmannschaft.
