SpOn 16.12.2025
17:01 Uhr

Serbien: Hotelprojekt von Trump-Schwiegersohn Jared Kushner in Belgrad abgesagt


Erfolgreicher Protest in Serbien: Jared Kushners Investmentfirma Affinity Partners wird nun doch kein Luxushotel an einem Gedenkort in Belgrad errichten. Präsident Vučić schimpft auf die »Hetze der Blockierer«.

Serbien: Hotelprojekt von Trump-Schwiegersohn Jared Kushner in Belgrad abgesagt

Das Bauprojekt von Trump-Schwiegersohn Jared Kushner in Belgrad ist gescheitert. Das bestätigte der serbische Präsident Aleksandar Vučić. »Das ist eine unglaublich schwerwiegende und schlechte Nachricht«, sagte er. »Wir werden nun mit einem zerstörten Gebäude zurückbleiben«. Zuvor hatte Kushners Investmentfirma Affinity Partners ihren Rückzug aus dem Bauvorhaben angekündigt, wie das »Wall Street Journal « und die »New York Times« berichteten. Der Plan hatte vorgesehen, eine historische Ruine in der serbischen Hauptstadt abzureißen – und dort ein Luxus-Hochhaushotel zu errichten. Viele Serbinnen und Serben protestierten dagegen.

Es geht um das einstige Hauptquartier der jugoslawischen Armee. Im Kosovokrieg wurde es durch Nato-Luftangriffe 1999 zerstört. Die Angriffe sollten den damaligen Machthaber Slobodan Milošević zur Aufgabe zwingen, dessen Regime Kosovo-Albaner verfolgte und ermordete. Die Ruine in Belgrad ist zahlreichen Menschen wichtig, weil fehlgeleitete Angriffe auch Zivilisten töteten. An all diese Ereignisse erinnert das größtenteils zerstörte Gebäude, das 2005 zum Kulturdenkmal erklärt wurde.

Die Entscheidung gegen den Bau des Luxushotels habe Kushners Firma aus »Respekt vor den Menschen in Serbien und der Stadt Belgrad« getroffen. So zitiert das »Wall Street Journal« einen Sprecher. »Bedeutungsvolle Projekte sollten verbinden, statt trennen«.

Affinity Partners verkündete den Entschluss kurz nachdem die serbische Anti-Korruptions-Staatsanwaltschaft unter anderem den serbischen Kulturminister Nikola Selaković wegen Urkundenfälschung angeklagt hatte. Das Projekt sollte mutmaßlich mit gefälschten Gutachten beschleunigt werden. Die gefälschten Unterlagen sollen dazu beigetragen haben, dass die Ruine ab November 2024 nicht mehr als Kulturdenkmal galt.

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Der serbische Präsident Vučić hatte das Bauvorhaben unterstützt. Er empfing Kushner mehrmals in Belgrad. Anfang November hatte das serbische Parlament noch für ein Gesetz gestimmt, das den Bau des Luxushotels beschleunigen sollte. Nun warf Vučić der Protestbewegung vor, die »Hetze der Blockierer« hätte Investitionen von »mindestens 750 Millionen Euro« zunichtegemacht. »Als Staat und als Nation sind wir die großen Verlierer«, sagte er. Die Staatsanwälte hätten Serbien »enormen Schaden« zugefügt.

jml/AFP/dpa