Vor seinem Treffen mit US-Präsident Donald Trump möchte der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj mit seinen Verbündeten in Europa und Kanada über die Bemühungen zur Beendigung von Russlands Krieg gegen die Ukraine beraten. »Wir sind derzeit auf dem Weg nach Florida in den Vereinigten Staaten«, sagte Selenskyj am Samstag in einem über eine Messenger-App geführten Gespräch mit Journalisten.
»Unterwegs werden wir einen Zwischenstopp in Kanada einlegen. Ich werde mich mit dem kanadischen Premierminister Carney treffen. Gemeinsam planen wir, online mit europäischen Staats- und Regierungschefs zu sprechen«, sagte Selenskyj. Am Sonntag will der ukrainische Präsident dann mit Trump auf dessen privatem Anwesen Mar-a-Lago in Florida über eine von Kyjiw überarbeitete Version des US-Plans zur Beendigung des Krieges sprechen.
Noch am Freitag hatte der ukrainische Präsident in dem WhatsApp-Chat mit Journalisten mitgeteilt, dass Trump und er »eine umfangreiche Agenda« hätten. Das Treffen diene speziell dazu, »so viel wie möglich abzuschließen«.
- Putins Angriffskrieg: Russland überzieht Kyjiw mit Angriffen – Selenskyj trifft Trump am Sonntag
- Expertin über Russlands Elite: »Der Krieg wurde möglich, weil es niemanden mehr gab, der sich Putin widersetzen konnte« Ein Interview von Ann-Dorit Boy
- Nordkoreas Diktator feiert Bündnis mit Moskau: »Blut, Leben und Tod im selben Schützengraben«
Die USA hatten im November einen 28-Punkte-Plan vorgelegt. Der als sehr russlandfreundlich kritisierte Text wurde in den vergangenen Wochen auf Drängen Kyjiws und seiner europäischen Verbündeten überarbeitet. Sowohl Kyjiw als auch die Europäer fordern unter anderem verlässliche Sicherheitsgarantien für die Ukraine und lehnen einen einseitigen Rückzug der Ukraine ab.
Moskau warf der Ukraine am Freitag vor, die Gespräche zu »torpedieren«. Der neue Entwurf sei »radikal anders« als der Text, über den Moskau in den vergangenen Wochen mit Washington verhandelt habe, sagte der russische Vizeaußenminister Sergej Rjabkow.
US-Präsident Donald Trump hatte bereits im Wahlkampf angekündigt, den Krieg in der Ukraine schnell beenden zu wollen und bei seinen Vermittlungsbemühungen bisher vor allem Kyjiw unter Druck gesetzt. Trumps Sondergesandter Steve Witkoff hat Russlands Machthaber Wladimir Putin nicht zu Kompromissen bewegen können. Er hält bisher an seinen Maximalzielen in der Ukraine fest.
