SpOn 03.01.2026
07:17 Uhr

Schulpflicht: Lehrergewerkschaft kritisiert Arrest für Schulschwänzen


Hunderte Schüler bekamen es 2025 mit der Justiz zu tun, weil sie in der Schule fehlten. Die Lehrergewerkschaft GEW hält das für eine »Bankrotterklärung«. Das niedersächsische Justizministerium verteidigt die Praxis.

Schulpflicht: Lehrergewerkschaft kritisiert Arrest für Schulschwänzen

Mehrere Hundert Jugendliche mussten im vergangenen Jahr in Arrest, weil sie die Schule geschwänzt hatten. Das berichtet das Redaktionsnetzwerk Deutschland. In Niedersachsen und Bremen etwa seien es im ersten Halbjahr insgesamt 241 Arrestanten und 114 Arrestantinnen gewesen. Hessen zählte demnach bis zum Oktober 48 Betroffene. Baden-Württemberg, Thüringen, Schleswig-Holstein und Sachsen meldeten geringere Zahlen. Die übrigen Länder haben demnach keine aktuellen Fälle oder erheben deren Anzahl nicht.

Die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) kritisiert die Praxis. »Dass Jugendliche wegen wiederholten Schulschwänzens für ein paar Tage ins Gefängnis müssen, ist im Prinzip eine schulpolitische und pädagogische Bankrotterklärung und außerdem, wie oft zu hören ist, weitgehend wirkungslos oder sogar kontraproduktiv«, sagt Anja Bensinger-Stolze vom GEW dem Redaktionsnetzwerk Deutschland.

Das niedersächsische Justizministerium sieht hingegen im Arrest für Schulabstinenzler ein »grundsätzlich taugliches Mittel, um auf Jugendliche einzuwirken«.

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jml/dpa