SpOn 02.12.2025
11:55 Uhr

Scarlett Johansson sollte den Holocaust aus Film über Holocaustüberlebende streichen


Scarlett Johansson feierte ihr Debüt als Regisseurin mit einer Komödie über den Holocaust. Nun verriet sie in einem Interview, dass das Projekt kurz vor Drehbeginn wegen des Plots auf der Kippe stand.

Scarlett Johansson sollte den Holocaust aus Film über Holocaustüberlebende streichen

Kann man über den Holocaust lachen? In ihrem Regiedebüt erzählt Scarlett Johansson, 41, die tragisch-komische Geschichte einer Frau, die fälschlicherweise behauptet, den Holocaust überlebt zu haben. Einen Monat vor Drehbeginn kam das bei einem der Geldgeber für das Projekt offenbar doch nicht mehr so gut an – und man fragte Johansson, ob die Protagonistin nicht auch einfach über etwas anderes lügen könnte. So erzählt es Johansson in einem Interview mit dem »Daily Telegraph« . »Es musste darum gehen, was passiert, wenn jemand bei der schlimmsten Lüge erwischt wird, die man sich vorstellen kann«, sagt Johansson. »Wenn nicht der Holocaust, was soll es dann sein?«

Eine Antwort habe es nicht gegeben, Johansson blieb bei ihrer Idee, der Geldgeber zog sich zurück. Kurzfristig sprang Sony ein, sodass Johanssons erster Film »Eleanor die Große« doch in die Kinos kam.

Der Film feierte im Mai auf dem Filmfestival in Cannes Premiere, im September kam er ins Kino. Darin zieht die Mittachtzigerin Eleanor nach dem Tod ihrer Freundin Bessie aus Florida nach New York – und findet sich in einer Gruppe Holocaustüberlebender wieder, wo sie die Überlebensgeschichte ihrer verstorbenen Freundin in einem Konzentrationslager als ihre eigene ausgibt.

Mehr zum Thema

Sie wisse nicht, ob sie sich den Film zugetraut hätte, wenn sie nicht selbst jüdisch wäre, sagte Johansson im Interview mit dem »Daily Telegraph«. »Aber ich kenne diese Welt und ich kenne Versionen von Eleanor.« Eine dieser Personen sei die Mutter ihrer jüdischen Mutter. Ihr Judentum sei ein wichtiger Teil ihrer Identität: »Wir wurden auf der Seite meiner Mutter kulturell so erzogen und deshalb habe ich das Gefühl, diesen Teil der Geschichte des Films zu verstehen«, sagt Johansson im Interview.

Auch in Johanssons Familie gebe es Holocausterinnerungen: 2017 habe die Schauspielerin erfahren, dass ein Großonkel und seine Söhne im Warschauer Ghetto starben, schreibt der »Daily Telegraph«.

jml