SpOn 16.12.2025
11:32 Uhr

Sarah Wiener: Promiköchin denkt mehr über die eigene Endlichkeit nach


»Wurscht, wie alt man selbst ist oder die Eltern waren, die Trauer ist da«: Sarah Wiener hat in einem Interview darüber gesprochen, wie der Tod ihrer Mutter ihr Denken veränderte. Und was sie daraus mitgenommen hat.

Sarah Wiener: Promiköchin denkt mehr über die eigene Endlichkeit nach

Promiköchin und Ex-Europaabgeordnete Sarah Wiener, 63, musste in diesem Jahr den Tod ihrer Mutter Lore Heuermann erleben. In einem Interview hat sie über ihre Trauer gesprochen und darüber, wie sich ihre Einstellung dazu verändert hat: »Als junger Mensch habe ich mich immer gewundert, wenn ältere Menschen ihre Eltern so sehr betrauert haben«, sagte Wiener der Illustrierten »Bunte« . »Heute weiß ich aber: Wurscht, wie alt man selbst ist oder die Eltern waren, die Trauer ist da.«

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Die Künstlerin Lore Heuermann war dem Bericht zufolge sehr krank, bevor sie im April starb: »Meine Mutter war am Ende schwer dement und saß im Rollstuhl. Sie konnte kaum noch einen Satz sagen, weil sie nach zwei Worten vergaß, wie er anfing«, erzählt Wiener. Etwa neun Monate vor ihrem Tod bemerkte die Köchin, dass ihre Mutter sie auch nicht mehr erkannte. »Das war natürlich ein ganz bitterer Moment für mich.«

Sarah Wiener mit Lore Heuermann (2013)

Sarah Wiener mit Lore Heuermann (2013)

Foto: Jeff Mangione / KURIER / picturedesk.com / picture alliance

Auch mit ihrer eigenen Endlichkeit setze sie sich inzwischen bewusster auseinander. »Ich finde mit 63 Jahren doch, dass das Leben ziemlich kurz ist«, sagte sie. Sie habe sich für Jahrzehnte unsterblich gefühlt und dann mit einem Blick in den Spiegel gemerkt, dass sie falsch gelegen habe. Wenn die eigenen Eltern tot seien, realisiere man, dass man selbst die Nächste in der Reihe sei. Wieners Vater, der Schriftsteller Oswald Wiener, starb bereits 2021. »Jede Generation hat ein Seil um die Hüfte und wird in den Abgrund gezogen. Solange deine Generation hintansteht, merkst du gar nicht, dass das Seil spannt«, sagte Wiener. »Wenn du darüber nachdenkst, kommen Gedanken wie: Wer bist du? Was willst du? Lebst du das Leben, das du dir vorstellst?«

Ihre Antwort darauf sei, Zeit mit den Menschen zu verbringen, die ihr wichtig seien, sagte die Köchin. Außerdem wolle sie Dinge tun, die einen Mehrwert für die Gesellschaft hätten.

bbr/APF/KNA