SpOn 12.02.2026
15:47 Uhr

Sandra Hüller weiß dank Film »Rose«, »warum Männer so gehen, wie sie gehen«


Im Berlinale-Wettbewerbsfilm »Rose« spielt Sandra Hüller eine Frau, die sich im 17. Jahrhundert als Mann ausgibt. Die gefeierte Schauspielerin hat in der Rolle dazugelernt, wie sie sagt: »Eine Hose beschützt einen immer«.

Sandra Hüller weiß dank Film »Rose«, »warum Männer so gehen, wie sie gehen«

Die Fähigkeit zur Verwandlung gehört zum Kern der Schauspielerei. Es bleibt dabei nicht aus, dass man dabei Neues über den eigenen Körper und das Verhalten anderer Menschen lernt. Diese Erfahrung machte Sandra Hüller, 47, bei den Dreharbeiten zu »Rose«, einem Wettbewerbsfilm der diesjährigen Berlinale.

Der Film des österreichischen Regisseurs Markus Schleinzer handelt von einer Frau, die sich nach dem Ende des 30-Jährigen-Kriegs als Soldat ausgibt und in einem deutschen Dorf Anspruch auf einen Gutshof erhebt. Ihre Identität als Mann unterstreicht Rose (Sandra Hüller), indem sie die Tochter eines Großbauern (Caro Braun) heiratet.

Schauspielerin Hüller in »Rose«: »Mir baumelte ständig was zwischen den Beinen rum«

Schauspielerin Hüller in »Rose«: »Mir baumelte ständig was zwischen den Beinen rum«

Foto: ROW Pictures / Walker+Worm Film / Gerald Kerkletz / Berlinale

In einem Interview mit der »Zeit«  sprachen die Schauspielerinnen über ihre Rollen in »Rose«. Während Braun sich durch ihr Korsett in ihrem Bewegungsraum eingeschränkt und durch drei Röcke übereinander im Gang beschwert sah, erlebte Sandra Hüller, was ihr schon bei Bühnenrollen aufgefallen war: »Eine Hose beschützt einen immer.« Und zwar vor Blicken, »eigentlich schützt sie vor allem«.

In dieser speziellen Hosenrolle hatte Hüller allerdings auch noch »einen eingeschnürten Oberkörper und einen künstlichen Penis aus Horn« zu tragen. »Mir baumelte ständig was zwischen den Beinen rum«, berichtete die Schauspielerin. Das sei wichtig gewesen, weil es interessant sei, was das mit der Körperhaltung mache: »Jetzt verstehe ich, warum Männer so gehen, wie sie gehen.«

Einen weiteren Unterschied zwischen Männer- und Frauenrollen sieht die vielfach für ihre Schauspielkunst ausgezeichnete Hüller darin, wie viel weniger Emotionen man produzieren müsse. Bei Männerfiguren könne »alles drinnenbleiben. Man kann sich alles ganz genau angucken. Und irgendwann sagt man dann mal einen klugen Satz. Während die Frau daneben sich die Haare raufen und großes dramatisches Theater spielen muss.« Wenn sie in einem Film Partnerin eines Mannes sei, »dann ist es meistens so, dass ich seine Emotionen auch noch spielen muss.«

feb