An diese Begegnung wird sie sich wohl noch eine Weile erinnern: Eine Spaziergängerin hat eine Bärensichtung am Rande der Chiemgauer Alpen unweit von Rosenheim gemeldet. Die Frau war am Nachmittag in der Gemeinde Samerberg unterwegs, wie sie anschließend »Radio Charivari« sagte. Sie habe Geräusche gehört.
»Dann hat eine Krähe so richtig laut geschrien und dann habe ich mal geschaut und dann habe ich so 200 Meter weiter weg einen Bären stehen sehen, aufrecht«, sagte sie. »Und dann bin ich gelaufen.« Ein Foto habe sie nicht. »Ich habe in dem Moment wirklich nur noch diesen Fluchtreflex gehabt.«
Im Chiemgau, der Region östlich des Inntals, hatte es bereits im Sommer Meldungen über Bärensichtungen gegeben. Heimisch sind die Tiere auf der Südseite der Alpen im italienischen Adamello-Gebirge, einige wenige Bären sind in den vergangenen Jahren bis in die Nordalpen gewandert.
In Bayern hatte vor zwei Jahren ein freilaufender Bär im Hintersteiner Tal im Allgäu für Aufregung gesorgt. Zwar gab es seitdem laut Bayerischem Landesamt für Umwelt (LfU) keine offiziell bestätigten Sichtungen. Allerdings gingen mehr als 70 Hinweise bei der Behörde ein.
Im Freistaat gilt der »Managementplan Braunbären in Bayern«, man beobachtet die Situation genau. Es gebe einzelne Tiere, die durchwanderten. Sie kommen in der Regel über Österreich aus Norditalien. Grund zur Sorge bestehe aber nicht. Mit einer dauerhaften Ansiedlung von Braunbären im Freistaat sei derzeit nicht zu rechnen, heißt es vom LfU. (Dramatischer sieht es in Japan aus. Lesen Sie hier mehr dazu .)
Debatte über Braunbärenbereitschaft
Dennoch hat der im Allgäu gesichtete Bär eine Debatte über weitergehende Maßnahmen ausgelöst. So forderte die Oberallgäuer Landrätin Indra Baier-Müller (Freie Wähler) nach dem Erscheinen des Bären im stark frequentierten Wandergebiet die Gründung einer bewaffneten bayerischen Braunbärenbereitschaft. Die Einheit sollte für die Vergrämung und Tötung von Bären zuständig und jederzeit einsatzbereit sein, schlug die Landrätin vor.
Auch gründete sie die Initiative Braunbär, um die Verantwortlichen in den alpennahen Regionen Bayerns zu vernetzen, und regte eine bärensichere Abfallentsorgung nach kanadischem Vorbild an.
In Bayern wurde zuletzt um eine Neuregelung des Jagdgesetzes gerungen: In der Regierungskoalition zwischen CSU und Freien Wählern wird unter anderem über den erleichterten Abschuss des Wolfs sowie Änderungen beim Abschuss von Rehwild gestritten.
