Die Hüttenwerke Krupp Mannesmann (HKM) haben wohl vorerst eine Zukunft: Der Stahlkonzern Thyssenkrupp Steel Europe und Konkurrent Salzgitter AG haben sich über ein Eckpunktepapier zur Fortführung geeinigt, teilte das Unternehmen mit . Thyssenkrupp-Stahlchefin Marie Jaroni sprach von einer »fairen und für alle Beteiligten tragfähigen Lösung«. Salzgitter-Chef Gunnar Groebler bezeichnete die Einigung als »positive Perspektive« für die HKM-Beschäftigten. In einem Interview mit der »WAZ« hatte er im Dezember angekündigt, 1000 der 3000 Stellen bei HKM retten zu wollen.
Die deutsche Stahlindustrie steckt in der Krise: China flutet den Weltmarkt seit Jahren mit preisgünstigem Stahl. Die USA erheben hohe Zollsätze auf Stahlimporte. Hiesige Hersteller leiden unter hohen Energiekosten und steigenden Ausgaben für CO₂-Emissionsrechte. Zudem ist die Nachfrage aus Branchen wie der Autoindustrie oder dem Maschinenbau schwach.
In Europa sind in den vergangenen Jahren Tausende Arbeitsplätze in der Stahlindustrie verloren gegangen.
Deutschlands größter Stahlhersteller Thyssenkrupp Steel hatte bereits im vergangenen Jahr bekannt gegeben, einen weitreichenden Liefervertrag mit HKM zu kündigen. Zuvor hatte Thyssenkrupp versucht, seine Anteile an dem Unternehmen mit Sitz in Duisburg zu verkaufen.
Ein Kaufinteressent war Anfang 2025 jedoch abgesprungen.
Bislang bezieht Thyssenkrupp jährlich rund 2,5 Millionen Tonnen Stahl von HKM und ist zu 50 Prozent an der Stahlhütte beteiligt. Es war jedoch bekannt, dass sich Thyssenkrupp von der HKM-Beteiligung trennen will – entweder durch einen Verkauf oder eine Schließung. Die übrigen Anteile der Hütte gehören bislang der Salzgitter AG (30 Prozent) und dem französischen Röhrenhersteller Vallourec (20 Prozent).
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Nun verkauft Thyssenkrupp Steel seine HKM-Anteile an die Salzgitter AG zum 1. Juni 2026. Die Lieferung von HKM an Thyssenkrupp Steel läuft bereits Ende 2028 aus, statt wie bisher geplant 2032. Der ehemalige hessische Ministerpräsident Roland Koch hatte in den Verhandlungen vermittelt, zu finanziellen Details des Deals schweigen die Unternehmen.
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