Es ist eine der großen Fragen unserer Zeit: Wie sehr wird künstliche Intelligenz unseren Alltag verändern – etwa die Filme, die wir im Kino sehen. Die Musik, die wir hören. Oder die Bücher, die wir lesen? Und auf der anderen Seite: Was bedeutet der Siegeszug der KI für Kreative wie Filmschaffende, Komponisten oder Autoren? Wird ihre Arbeit in naher Zukunft schon überflüssig?
Salman Rushdie, 78, denkt das offensichtlich nicht: Im Gespräch mit dem britischen Fernsehsender »Sky News « vertrat der Autor nun eine ziemlich eindeutige Meinung. Künstliche Intelligenz, so Rushdie, könne Dinge reproduzieren, mit denen sie gefüttert worden sei. »Aber gute Kunst ist originell, und ich glaube nicht, dass KI auch nur einen Funken Originalität besitzt.«
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Der britisch-indische Autor ließ allerdings erkennen, dass sein Wissensstand im Bezug auf KI begrenzt zu sein scheint. Seine Schlüsse, so räumte Salman Rushdie ein, basierten auf ein »paar kleinen Experimenten«, die er mit KI vorgenommen habe. Wie genau diese ausgesehen haben mögen, sagte er nicht – allerdings ließen diese ihn vermuten, dass künstliche Intelligenz »zumindest bis jetzt keinen Sinn für Humor hat. Und originell ist sie auch nicht«, sagte er mit einiger Überzeugung.
Immerhin, mit den Worten »bis jetzt« lässt sich Rushdie eine Tür offen. Denn ob KI die Fähigkeit zur Kreativität hat, ist tatsächlich Gegenstand vieler Debatten , SPIEGEL-Kolumnist Sascha Lobo etwa ist der Meinung, dass künstliche Intelligenz uns heute schon »überraschend oft ebenbürtig ist« (mehr dazu können Sie hier lesen). Insofern wird die Zeit zeigen, wie gut Rushdies Aussagen altern. Vielleicht schneller, als wir glauben.
