Zum dritten Mal in Folge hat der Unternehmer Thomas Stanger das BSW mit einer Großspende bedacht. Insgesamt 1.015.767,12 Euro überwies der in Mecklenburg-Vorpommern an der Ostsee wohnende Spender an die Partei. Es ist damit bislang die größte Einzelspende im aktuellen Kalenderjahr. Das geht aus der Veröffentlichung von Großspenden durch den Deutschen Bundestag hervor. Alle Parteispenden von mehr als 35.000 Euro müssen dem Parlament gemeldet und veröffentlicht werden.
Stanger hilft der von Sahra Wagenknecht gegründeten Partei seit Anbeginn über die Runden. Im vergangenen Jahr überwies er genau 2,048 Millionen Euro, 2024 einmal 990.000 Euro und später noch mal 4,09 Millionen Euro. Insgesamt hat der Unternehmer an das BSW in den vergangenen Jahren also mehr als acht Millionen Euro gespendet. So viel Geld hatte keine andere Partei von einem Einzelspender erhalten.
Stanger ist in der Hightechbranche zu Geld gekommen und lebt seit 20 Jahren mit seiner Partnerin Lotte Salingré bei Wismar. Ausschlaggebend für die Spende des Paars sei die »Friedenspolitik« Wagenknechts gewesen, sagte Salingré damals nach der 4-Millionen-Euro-Spende. »Uns ist wichtig, dass die positive Energie, die von dem BSW ausgeht, nicht an finanziellen Mitteln scheitert«, hatte zudem Stanger dem SPIEGEL gesagt. In der Mitteilung des Bundestags ist formal nur er als Spender angegeben.
Strauchelndes Bündnis
Die Partei selbst ist mehr als zwei Jahre nach Gründung allerdings mächtig ins Straucheln geraten. Das BSW war bei der Bundestagswahl 2025 mit 4,98 Prozent haarscharf an der Fünfprozenthürde gescheitert . Die Partei hat das Ergebnis angefochten und verlangt eine Neuauszählung der Stimmen. Derzeit entscheidet das Bundesverfassungsgericht in Karlsruhe über den Fall.
Zugleich konnte die Partei jedoch bei vergangenen Landtagswahlen nicht punkten, auch bei den noch anstehenden Wahlen – etwa in Mecklenburg-Vorpommern und Sachsen-Anhalt – liegt das BSW in den Umfragen unter der Fünfprozenthürde. Mitglieder kritisieren zudem einen anhaltend autoritären Stil des Parteivorstands und mangelnde Mitspracherechte . Wagenknecht selbst hat sich von der Parteiführung verabschiedet und leitet nun eine Grundwertekommission, die das Profil des BSW schärfen soll.

