Nach der Entdeckung einer illegal betriebenen Zigarettenfabrik in einer Halle in Kalbe im Altmarkkreis Salzwedel in Sachsen-Anhalt wurden vier Tatverdächtige festgenommen. Mehr als 30 Millionen unversteuerte Zigaretten, mehrere Tonnen Tabak sowie Vormaterialien wie Filter und Verpackungen wurden beschlagnahmt.
Vor dem Zugriff am Freitag hatten Zollbeamte des Hauptzollamts Bielefeld auf der Autobahn 2 bei Auetal in Niedersachsen einen Lastwagen kontrolliert. Dabei beschlagnahmten sie bereits rund zwölf Millionen Zigaretten. Der Steuerschaden durch die – mutmaßlich gefälschten – Zigaretten liegt den Angaben zufolge bei mehr als acht Millionen Euro.
Steuerbetrug in industriellem Ausmaß
In der Fabrikhalle fanden die Zollbeamten umfangreiches Material. Man habe die Zigaretten auf etwa 80 bis 90 gestapelten Euro-Paletten gefunden, sagte ein Sprecher des Zollfahndungsamts Hannover. Es sei ein vergleichsweise großer Tatort, daher dürfte die Spurensicherung das ganze Wochenende dauern. Das Technische Hilfswerk unterstützt die Strafverfolger beim Abtransport.
Die weiteren Ermittlungen werden vom Zollfahndungsamt Hannover im Auftrag der Staatsanwaltschaft Bielefeld geführt und dauern an. In Bielefeld sitzt die Schwerpunktabteilung für besonders umfangreiche Wirtschaftsstrafsachen und herausgehobene Verfahren der Organisierten Kriminalität.
Im Januar hatte das Landgericht Wuppertal einen Betreiber illegaler Zigarettenfabriken zu vier Jahren Haft verurteilt. Der 46-Jährige wurde für die Produktion von Millionen Zigaretten in Velbert und Radevormwald verantwortlich gemacht. Allein am Standort Velbert waren 2024 insgesamt 19 Arbeitskräfte verhaftet worden. Neben der Haftstrafe soll der Betreiber fünf Millionen Euro Steuern nachzahlen.
Statt ganz aufzuhören, entscheidet sich manch ein Raucher für den Kompromiss: nur noch eine Zigarette am Tag statt einer Schachtel. Senkt das die Gesundheitsgefahr? Lesen Sie hier die Analyse.
