Das US-Heimatschutzministerium nutzt für ein Video, das die Jagd nach Migranten zeigt, den Song der Pokémon-Serie. Und auch das Weiße Haus unterlegt Videos, die die Festnahmen von Migranten zeigen, mit einprägsamen Popsongs. Sängerin Sabrina Carpenter hat sich nun empört über ein solches Video geäußert, in dem ihr Song »Juno« läuft.
»Dieses Video ist bösartig und widerwärtig. Beziehen Sie mich oder meine Musik niemals in Ihre unmenschliche Agenda mit ein«, schrieb Capenter unter das entsprechende Video auf X.
this video is evil and disgusting. Do not ever involve me or my music to benefit your inhumane agenda.
— Sabrina Carpenter (@SabrinaAnnLynn) December 2, 2025
Ich bin damit einverstanden, dass mir externe Inhalte angezeigt werden. Damit können personenbezogene Daten an Drittplattformen übermittelt werden. Mehr dazu in unserer Datenschutzerklärung.
In dem vom Weißen Haus geposteten Video sieht man zunächst Demonstranten, die gegen die Einwanderungsbehörde ICE protestieren. Dann ist zu sehen, wie Sicherheitskräfte einen Mann in Handfesseln legen und einen anderen zu Boden werfen. Dazu läuft in Schleife die Textzeile des Songs »Juno« »Have you ever tried this one?« (Hast du diese schon mal probiert?). In dem Song wird angedeutet, dass es dabei um sexuelle Stellungen geht. Auf TikTok und X zählt der Clip zusammen mehr als fünf Millionen Views.
Das Portal »The Hill« zitiert eine Sprecherin des Weißen Hauses mit den Worten: »Wir entschuldigen uns nicht dafür, dass wir gefährliche kriminelle illegale Mörder, Vergewaltiger und Pädophile aus unserem Land abschieben. Jeder, der diese kranken Monster verteidigt, muss dumm sein«.
Pokémon-Unternehmen wehrt sich
Mehrere Unternehmen und Sänger haben sich bereits darüber beschwert, dass das Weiße Haus oder US-Ministerien ihre Songs ungefragt für Videos verwenden. Im September etwa postete das US-Heimatschutzministerium ein Video, das Festnahmen mehrerer Menschen zeigt. Unterlegt ist das Video mit dem Titelsong der Animeserie Pokémon, auch bekannt als »Gotta catch 'em all!«, übersetzt etwa »Komm und schnapp sie dir!«.
»Unser Unternehmen war weder an der Erstellung noch an der Verbreitung dieser Inhalte beteiligt, und es wurde keine Genehmigung für die Nutzung unseres geistigen Eigentums erteilt«, teilte das Unternehmen hinter Pokémon daraufhin mit.
Und im Oktober wehrte sich Sänger Kenny Loggins dagegen, dass die US-Regierung seinen Song »Danger Zone« in einem Video verwendet hatte. In dem mit Künstlicher Intelligenz generierten Clip war Trump zu sehen, wie er aus einem Jet braune Flüssigkeit auf Demonstranten regnen lässt.
»Dies ist eine unbefugte Verwendung meiner Darbietung von ›Danger Zone‹«, erklärte Loggins in einer Stellungnahme: »Niemand hat mich um meine Erlaubnis gebeten, die ich verweigert hätte, und ich fordere, dass meine Aufnahme in diesem Video unverzüglich entfernt wird.«
Taylor Swift, die größte Popsängerin der Gegenwart, hat sich hingegen bislang nicht öffentlich über die Verwendung ihrer Musik durch das Weiße Haus beklagt. Vor etwa einem Monat verbreitete das Weiße Haus ein Video mit Bildern der US-Regierung unterlegt mit Swifts Song »The Fate of Ophelia«. Am Ende des Clips dichtete das Weiße Haus »The fate of Ophelia« um in »The fate of America«, also: »Das Schicksal von Amerika«, und zeigte dazu Donald Trump, wie er im Wahlkampf Pommes bei McDonald’s servierte.
Carpenter wiederum ist gut mit Swift befreundet. Ob die beiden auch über die Verwendung ihrer Musik durch das Weiße Haus sprechen? Das ist unklar. Die nächsten Videos des Weißen Hauses könnten darüber in Zukunft vielleicht Aufschluss geben, falls Swift dann reagieren will.
