Trotz der Wirtschaftssanktionen gegen Russland aufgrund des andauernden Angriffskriegs gegen die Ukraine sollen drei Männer zwischen 2022 und 2024 mindestens 346 hochwertige Autos im Gesamtwert von rund 20 Millionen Euro in das Land ausgeführt haben.
Zollfahnder aus Essen, Münster und Osnabrück durchsuchten mit Unterstützung des Zollkriminalamts am Donnerstag sieben Wohn- und Geschäftsobjekte im Kreis Steinfurt, wie die Staatsanwaltschaft Münster und die Zollfahndung Essen mitteilten .
Die drei Beschuldigten, ein 57-jähriger Vater, sein 27-jähriger Sohn und ein 32 Jahre alter Neffe, werden verdächtigt, über die deutsche Firma des Vaters und über Drittländer die Verkaufs- und Ausfuhrverbote nach Russland umgangen zu haben.
Bei den Durchsuchungen sei umfangreiches Beweismaterial gesichert worden. Zudem seien in einer Gesamthöhe von 20 Millionen Euro Konten, Immobilien und mehrere Autos über Vermögensarreste gepfändet worden.
Die Ermittlungen wegen des Verdachts banden- und gewerbsmäßiger Verstöße gegen das Außenwirtschaftsgesetz liefen bereits seit dem vorherigen Jahr, so Staatsanwaltschaft und Zollfahndung. Das Außenwirtschaftsgesetz sieht den Angaben zufolge für derartige Fälle eine Freiheitsstrafe von mindestens zwei Jahren vor.
