SpOn 18.02.2026
14:21 Uhr

Russlands Krieg gegen die Ukraine: Slowakei ruft »Erdöl-Notstand« aus


Trotz des Angriffskriegs gegen die Ukraine ist die Slowakei weiterhin von russischem Öl abhängig. Doch seit Januar fließt über die Druschba-Pipeline kein Erdöl mehr ins Land. Bratislava gibt nun Notfallreserven frei.

Russlands Krieg gegen die Ukraine: Slowakei ruft »Erdöl-Notstand« aus

Die slowakische Regierung unter Ministerpräsident Robert Fico hat einen »Erdöl-Notstand« ab Donnerstag ausgerufen, wie die Nachrichtenagentur TASR berichtete. Das erlaubt ihr die Freigabe von Notfallreserven an die Raffinerie Slovnaft. Damit soll gesichert werden, dass die Versorgung der Tankstellen im Land nicht zusammenbricht.

Hintergrund ist, dass seit Ende Januar kein Erdöl mehr über die Druschba-Pipeline durch die Ukraine aus Russland fließt. Davon war die Ölversorgung der Slowakei ebenso wie die Ungarns bisher weitgehend abhängig. Slovnaft steht im Mehrheitsbesitz der ungarischen MOL und hat in der Slowakei eine De-facto-Monopolstellung bei der Versorgung mit Benzin und Diesel.

Slowakei ist noch immer abhängig von russischem Öl

Slovnaft kann inzwischen auch einen Teil des benötigten Erdöls über die durch Ungarn führende Ölpipeline Adria aus Kroatien beziehen. Nach Angaben der Raffinerie soll es aber noch 20 bis 30 Tage dauern, bis diese Kapazitäten voll genutzt werden können. Diese Zeit soll nun der Staat überbrücken. Zugleich kündigte Slovnaft an, bis auf Weiteres seine Erdöl-Hilfslieferungen an die Ukraine einzustellen, weil man alles Öl zur eigenen Versorgung brauche.

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Die Druschba-Pipeline ist nach ukrainischen Angaben durch russische Bombardierungen unterbrochen. Ministerpräsident Fico beschuldigt die ukrainische Führung jedoch, die Wiederaufnahme der Lieferungen absichtlich zu verhindern. Aus ukrainischer Sicht trägt der Kauf von Gas und Öl aus Russland durch die Slowakei und Ungarn zur Finanzierung des russischen Angriffskriegs bei.

col/dpa